Das ändert sich für die User

Ende im Streit um Upload-Filter: EU-Parlament begrenzt Youtube

26. März 2019 - 15:23 Uhr

EU-Abgeordnete sind für Gesetzesänderung

Das Europäische Parlament hat beschlossen, dass die sogenannten Upload-Filter konsequenter durchgesetzt werden. 348 Abgeordnete stimmten dafür, 274 dagegen. Die Programme erkennen, ob hochbeladenes Material Urheberrechte haben, die berücksichtigt werden müssen, wie bei Spielfilmen oder Musikvideos. Wie genau die umstrittenen Daten-Blocker funktionieren, erfahren Sie hier. Bislang mussten Youtube und andere Plattformen erst dann handeln, wenn ihnen eine Urheberrechtsverletzung angezeigt wird. Jetzt soll das direkt beim Hochladen passieren.

Gegner befürchten Einschränkung der Meinungsfreiheit im Netz

Demonstration gegen die EU-Urheberrechtsreform zum Artikel 13 und gegen die Neuregelungen zu Internet-Uploadfiltern in Berlin snapshot-photography/xK.M.Krause *** Demonstration against the EU copyright reform on Article 13 and against the new regulat
Demonstration gegen die EU-Urheberrechtsreform
© imago images / snapshot, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Dagegen haben in den letzten Wochen hunderttausende junge Leute demonstriert. Einen Aufruf mit dem Titel "Stoppt die Zensurmaschine – Rettet das Internet" auf change.org haben bisher fast fünf Millionen Menschen unterschrieben. Denn sie fühlen sich von der älteren Generation Politikern ungefragt und unverstanden. Sie sind mit den sogenannten Mashups aufgewachsen. Dabei produzieren meistens Amateure auf den Plattformen Clips, in denen sie andere Videoausschnitte, Zitate, Parodien und Montagen humorvoll oder spöttisch kombinieren, die millionenfach geteilt werden. Auch die könnte jetzt aussterben, so die Kritik, weil die Upload-Filter nicht genau genug sortieren würden und die Plattformbetreiber radikaler aussieben werden. Außerdem würde damit die Meinungsfreiheit im Netz eingeschränkt.

Rechteinhaber wollen mehr Geld

Auf der anderen Seite haben Produzenten von Filmen und Fernsehsendungen, Autoren von Texten und Komponisten von Musik das Recht, Geld für ihre Arbeit zu bekommen. Die Plattformen zahlen zu selten und zu wenig – und verweisen auf die User, die die Inhalte selbstständig hochgeladen haben. Mit der neuen Regelung besteht die Chance, dass Plattformen auf Dauer weniger durch den Upload-Filter blockieren, sondern die Inhalte zulassen – und dafür aber bezahlen. Damit wären die Rechteinhaber einverstanden.

Teil der Einigung ist neben den Upload-Filtern auch, dass Plattformen Geld an Zeitungsverleger zahlen müssen, wenn sie Textschnipsel aus Presseartikeln auf ihren Seiten verwenden.