Empörung an der Côte d'Azur: Saudischer König lässt ganzen Strand sperren

30. Juli 2015 - 10:37 Uhr

RTL-Reporterin Elke Büchter berichtet aus Südfrankreich

Die Côte d'Azur ist ein begehrtes Ferienparadies - auch für Salman, den König von Saudi Arabien. Seit fast 40 Jahren besitzt seine Familie dort ein riesiges Schloss direkt an der Küste. Der kleine Strand davor ist zwar öffentlich, der König ließ ihn trotzdem einfach sperren. Außerdem baute er sich ohne Genehmigung einen Aufzug zum Strand. Und die sonst so pingeligen französischen Behörden? Die drücken beim König beide Augen zu. "Das ist eine übliche Sicherheitsmaßnahme für einen Staatschef. Jedes Mal, wenn ein Staatschef kommt, dann machen wir das genauso. Auch für Frau Merkel würden wir genau das gleiche machen, wenn sie hier ins Departement kommen würde", sagt Francois-Xavier Lauch von der Präfektur Alpes-Maritimes.

Saudischer König lässt Strand an der Côte d'Azur sperren
Drei Wochen lang kümmert sich die Polizei jetzt um die Sicherheit des Königs und die seiner 1.000 Mann starken Entourage.
© REUTERS, JEAN-PAUL PELISSIER

Daran hat Jean Noel Falcou, Mitglied im Stadtrat von Vallauris, so seine Zweifel. Mit Hilfe einer Petition will er den Strand wieder für alle öffnen. Er ist überzeugt davon, dass die Behörden dem milliardenschweren König eine Extrawurst servieren und meint: "Was da passiert, hat nichts mit der Sicherheit zu tun. Einen Betonsockel gießen, einen Aufzug zum Strand bauen, damit der König es einfacher zum Strand hat, er leichter rauf und wieder runter kann, das hat doch mit der Sicherheit nichts zu tun."

Cannes freut sich auf klingelnde Kassen

"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – gegen diese Grundwerte der Republik wird hier verstoßen", sagt auch die verärgerte Bürgermeisterin von Vallauris, Michelle Salucki. Aber ihr sind in diesem Fall die Hände gebunden: "Der Präfekt hat die Sperrung des Strands angeordnet. Ich respektiere die Autorität des Staates natürlich, aber ich protestiere dagegen, natürlich ganz friedlich.

Drei Wochen lang kümmert sich die Polizei jetzt um die Sicherheit des Königs und die seiner 1.000 Mann starken Entourage. Sogar die Küstenwache ist im Einsatz.

Ein paar Kilometer entfernt, im glamourösen Cannes, freuen sich die Hoteliers über die deutlich gestiegene Nachfrage nach Luxussuiten für die Begleiter des Königs. "Das ist gut für uns, das ist gut die Côte d'Azur und für Cannes. Vor allem ist es ein regelrechter Showcase. Das bringt uns weltweit ins Gespräch. Wir sind derzeit in aller Munde", sagt Michel Chevillon, Präsident des Hotelverbands Cannes. Die Geschäftsleute reiben sich schon die Hände und hoffen auf drei Wochen lang klingelnde Kassen.