TV-Moderatorin spricht vielen aus der Seele

Marlene Lufen postet emotionales Video: Sorge, dass Lockdown "das Falscheste" war

03. Februar 2021 - 13:44 Uhr

Appell einer besorgten Frau: "Wir sollten die Nebenwirkungen genau berechnen und kennen"

TV-Moderatorin Marlene Lufen trifft einen Nerv. Auf Instagram äußert sie sich in einem hochemotionalen Video zur Coronakrise und zum Lockdown. Sie spricht über die gravierenden Auswirkungen des coronabedingten Stillstandes, über die psychischen Folgen für die Menschen, Existenzängste und die Opfer von häuslicher Gewalt, vor allem Kinder. Sie stellt die Frage, wie wir in zwei oder drei Jahren auf diese Zeit zurückblicken werden? Im Video haben wir ihr 14-minütiges-Statement zusammengefasst.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

TV-Moderatorin Marlene Lufen teilt ihre Sorgen

"Ich hab das Gefühl, dass wir in zwei, drei Jahren zurückgucken auf diese Zeit, und dass wir denken, wir haben es falsch gemacht, dass dieser Lockdown das Falscheste ist, was wir hätten machen können. Zumindest über so einen langen Zeitraum", sagt die 50-jährige TV-Moderatorin gleich zu Beginn ihres bewegenden 14-minütigen Videos auf Instagram, das seit Sonntag bereits über 3,5 Millionen Mal aufgerufen wurde. Sie erklärt weiter: "Denn auch in einer Pandemie haben Menschen Depressionen, haben Menschen eine Suchterkrankung, Herz-Kreislauf-Probleme, Gewalt in der Familie und andere Probleme, die auch zu Tode führen. Das wird nicht in Betracht gezogen."

Weiter spricht die Journalistin, unter anderem bekannt aus dem Sat.1-"Frühstücksfernsehen", mit deutlichen Worten über die Folgen des Lockdowns für Kinder, besonders wenn es um häusliche Gewalt geht. Das Wohl der Kleinsten liege der zweifachen Mutter besonders am Herzen. Dabei nennt sie auch konkrete Fakten, die sie recherchiert hat: "23 Prozent mehr Fälle von Gewalt an Kindern in der Gewaltambulanz der Charité im ersten Halbjahr 2020. 600.000 Kinder erleben zu Hause Schläge, Stöße und Schlimmeres. Das sind 6,5 Prozent der Kinder in Deutschland. 461.000 Kinder haben im Jahr 2020 die 'Nummer gegen Kummer' gewählt."

2,6 Millionen Kinder leben zudem mit suchtkranken Eltern unter einem Dach, erklärt sie und fügt später im Video hinzu: "Jedes Mal, wenn in den Nachrichten einer sagt, 'wir müssen nochmal die Zähne zusammenbeißen, dann ist es auch durchgestanden mit der Pandemie', hat irgendein Kind zu Hause die Faust im Gesicht, wird irgendeine Frau geschlagen, überlegt ein Jugendlicher in psychischer Not, ob er sich von der Brücke stürzt."

Viel Zuspruch für Marlene Lufen

Lufen betont am Ende ihrer Videobotschaft, dass es ihre Meinung sei und sie aus "vollstem Herzen" als Privatperson spreche und nicht als "Verschwörungstheoretikerin". Davon distanziert sie sich ganz deutlich und will keinesfalls als "Trump-Wähler" oder "in Richtung Michael Wendler" abgestempelt werden. Das alles sei sie nicht. Sie spricht, weil es für sie eine Herzensangelegenheit ist. In den Kommentaren erhält sie dafür viel Zuspruch.

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen

Das Corona-Virus hält die Welt seit Monaten in Atem. Auf TVNOW finden Sie jetzt spannende Dokumentation zur Entstehung, Verbreitung und den Folgen der Pandemie.