Emotionales Interview: Mutter von Boko-Haram-Geisel in Nigeria weint um ihre Tochter

04. April 2018 - 13:54 Uhr

Terrormiliz Boko Haram entführte 110 Mädchen aus Dapchi

Die Nachricht, dass die islamische Terrormiliz Boko Haram in Nigeria 110 Mädchen entführt hat, ging um die Welt. Sie wurden aus einer Schule im Ort Dapchi verschleppt, weil Bildung nach dem Verständnis der Terroristen unislamisch ist. Fünf Mädchen kamen bei der Entführung ums Leben. Wochen später die Erleichterung: Fast alle Mädchen wurden von Boko Haram wieder freigelassen. Eine ist immer noch in Gefangenschaft der Boko Haram: Leah, die einzige Christin unter den Entführten.

Leahs Mutter Rebecca Sharibu weint um ihre entführte Tochter

Das Ziel der Boko Haram ist es, in Nigeria einen islamischen Staat zu errichten. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht: Die Terrororganisation verübt Anschläge und Massenentführungen – wie Ende Februar 2018. Da überfiel die Boko Haram ein Internat im nigerianischen Dorf Dapchi und entführte über 100 Mädchen.

Darunter waren auch die beiden 15-Jährigen Leah Sharibu und Aisha Kashallah. Während Aisha von der Terrormiliz nach fast vier Wochen mit 103 weiteren Mädchen wieder ins Zentrum von Dapchi zurückgebracht wurde, ist Leah immer noch in Gefangenschaft der Boko Haram. Leah ist Christin, sie weigert sich, zum Islam überzutreten. Ihre Mutter Rebecca Sharibu ist am Boden zerstört, als sie bemerkt, dass ihre Tochter nicht unter den Befreiten in Dapchi ist. Mit jedem Tag wird die Hoffnung kleiner, dass Leah noch am Leben ist. Wir haben sie zu einem emotionalen Interview getroffen und von Aisha erfahren, was sie durchmachen musste und weshalb die anderen Mädchen freigelassen wurden.

Gerüchte über Lösegeldzahlungen der nigerianischen Regierung

Entgegen Gerüchten, die nigerianische Regierung habe Lösegeld an Boko Haram gezahlt, sagte Nigerias Informationsminister Alhaji Lai Mohammed, die Freilassung sei mithilfe anderer Länder durch inoffizielle Kanäle verhandelt worden und bedingungslos gewesen. Es sei weder Geld geflossen, noch habe es einen Gefangenenaustausch gegeben.