Coronavirus wütet in den USA

CNN-Reporterin weint bei Live-Schalte: "Das ist schwer zu ertragen"

13. Januar 2021 - 11:25 Uhr

Corona-Pandemie: Viele US-Familien haben Angehörige verloren

Eine Live-Schalte, die CNN-Reporterin Sara Sidner und das Publikum so schnell nicht vergessen werden. Zehn Mal sei sie schon in Krankenhäusern gewesen, in denen Covid-19-Patienten behandelt werden, sagt die 48-Jährige unter Tränen. Sie habe das Leid so vieler Familien hautnah erlebt, die durch das Coronavirus gleich mehrere Angehörige verloren haben. Dieser Kummer schnürt ihr die Kehle zu, in ihren Tränen zeigt sich Trauer. Trauer für all jene, die die Regeln befolgen und trotzdem einen geliebten Menschen verloren haben. Und die Wut auf jene Unverbesserlichen, die weiterleben, als würde es die Pandemie nicht geben. "Es ist nicht okay, dass wir das einander antun. Keine Familie sollte das durchmachen müssen." Die emotionale Live-Schalte – im Video.

CNN-Moderatorin Camerota spricht von kollektiver Trauer

In den USA sind bereits über 375.000 Menschen an oder mit Corona gestorben – und die Zahlen steigen weiter. Als Reporterin ist Sara Sidner ganz nah am Geschehen, begleitet Menschen, die Angehörige verloren haben. So auch die Familie von Juliana Jimenez Sesma. Ihre Mutter und ihr Schwiegervater haben binnen elf Tagen nacheinander den Kampf gegen das tückische Virus verloren.

Die ganze Familie habe sich infiziert, ihre Eltern seien schließlich so krank gewesen, dass sie im Dezember im Martin Luther King Jr. Community Krankenhaus im Süden von Los Angeles behandelt werden mussten. Beide waren gesundheitlich angeschlagen: Diabetes, Asthma, eine kranke Lunge. CNN berichtete über die Beisetzung, die mit Abstand, Masken und mexikanischer Musik einer Mariachi-Band auf einem Parkplatz stattfand. Ein Pavillon, Plastikstühle und Blumenarrangements auf Asphalt.

CNN-Reporterin zur Corona-Pandemie: "Das ist nur schwer zu ertragen"

Sidner sieht jeden Tag, was das Virus anrichten kann, wie es Wunden in Familien hinterlässt, junge, alte, kranke, aber auch gesunde Frauen, Männer und Kinder aus dem Leben reißt. In einer Live-Schalte scheint sich all das zu entladen. "Mitzuerleben, wie diese Menschen nach dem Verlust weitermachen und diesen Schmerz zu sehen, der so groß und so weit ist - das ist schwer zu ertragen", so die Reporterin, die immer wieder unterbrechen muss, während Moderatorin Alisyn Camerota sie beruhigt, sagt, sie müsse sich nicht entschuldigen. Was geschehe, sei ein nationales Trauma, kollektive Trauer. Ihre Tränen seien okay und es sei hart, über all das berichten zu müssen.

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