"Emotionale Hölle" nach Fährunglück: Südkoreanische Eltern warten verzweifelt auf ihre Kinder

18. April 2014 - 21:17 Uhr

Keine psychologische Betreuung für Angehörige

Tagelanges Warten im Ungewissen: Seit dem Untergang der Fähre 'Sewol' vor der Südwestküste Südkoreas haben viele Eltern von vermissten Schulkindern kein Auge zugetan. "Das ist eine emotionale Hölle hier", berichtet RTL-Reporter Alexander Grawe. Immer wieder verliere jemand die Fassung und breche zusammen. "Es gibt keinerlei psychologische Betreuung."

Seit dem Fährunglück in Südkorea gelten noch viele Schulkinder als vermisst.
Viele Eltern in Südkorea bangen noch um das Leben ihrer Kinder.
© dpa, Kimimasa Mayama

Ungewiss bleibt für die Eltern das genaue Vorgehen, wie nach den Vermissten in dem mittlerweile komplett gesunkenen Wrack gesucht wird. Die Hoffnung, ihr Kind lebend wiederzusehen schwindet bei vielen zunehmend, berichtet Grawe.

Drei Tage nach der Katastrophe gelang es den Tauchern noch nicht, zu den Passagierdecks vorzudringen, in denen die meisten der 274 Vermissten vermutet werden. Bislang wurden 28 Leichen geborgen. 174 Menschen wurden gerettet. Das Schicksal der Vermissten bleibt weiter ungewiss.