"Elysium"-Prozess in Limburg: Angeklagter behauptet, nicht pädophil zu sein

22. August 2018 - 23:06 Uhr

Angeblich wollte er nur Daten sammeln, um sie an die Polizei weiterzuleiten

Es war ein riesiger Schlag gegen die Kinderporno-Szene, als die Ermittler die Plattform "Elysium" im Juni 2017 aushoben. Jetzt steht die Führungsriege des Portals vor Gericht. Doch einer der vier Männer behauptete nun vor dem Landgericht Limburg, dass er gar nicht pädophil sei. Er habe dabei geholfen "Elysium" zu betreiben, um Daten zu sammeln und die anonym an die Polizei weiterzuleiten, behauptete Frank M.

Angeklagter war monatelang auf der Plattform aktiv

Der 40-Jährige aus Bad Camberg (Hessen) gestand, dass er die Technik für die Plattform bereitgestellt hat. Sein Verteidiger verlas eine Erklärung des Familienvaters. Er gehöre zur Hackerszene und sein Technik-Interesse habe ihn zur Kinderporno-Szene geführt. Sein Plan sei es gewesen, Daten zu sammeln, Chats zu stören und die anderen User später anonym zu verpfeifen. Die Bilder und Videos von missbrauchten Kindern auf seinem Computer seien ihm unaufgefordert geschickt worden.

Wie glaubwürdig diese Aussagen sind, ist aber fraglich. Warum ließ der Mann Monate verstreichen, ohne sich an die Ermittler zu wenden? Er habe die Straftaten im Sommer 2017 anzeigen wollen, erklärte Frank M. Dazu kam er aber nicht mehr, weil er vorher verhaftet wurde.

Vier Angeklagte in Limburg vor Gericht

Neben dem 40-Jährigen müssen sich auch noch drei weitere Männer vor Gericht verantworten. Einem 47-Jährigen aus dem Main-Tauber-Kreis (Baden-Württemberg) wird vorgeworfen unter dem Usernamen "Panda" Chats betreut und Kinderpornos besessen zu haben. Ein 58-Jähriger aus dem Kreis Tübingen soll die Plattform als technischer Administrator betreut haben und ein 62-Jähriger aus Landsberg/Lech (Bayern) soll Kinder missbraucht und Aufnahmen davon gemacht haben.