Kein Erinnerungsfoto vom großen Tag

Eltern reagieren auf Fotoverbot bei Einschulung: „Es ist schon übertrieben“

17. August 2019 - 12:51 Uhr

VIDEO: Eltern über das Fotoverbot beim Einschulen

Grundschulen in Sachsen-Anhalt haben Eltern das Filmen und Fotografieren ihrer Kinder bei der Einschulung komplett verboten. Der Grund: Mögliche Datenschutz-Verstöße. Zu übertrieben oder nachvollziehbar? Wie die Eltern das finden - im Video!

Auch keine Fotos für das private Album

Viele Schulen wollen ein komplettes Fotoverbot, berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Das heißt: Auch für das private Fotoalbum gibt's keine Fotos! So wird es in der halleschen Grundschule "Frohe Zukunft" sogar extra einen Aushang für die Familien der Erstklässler geben, dass während der gesamten Feier keine Fotos gemacht werden dürfen.

Das Bildungsministerium überlässt es unterdessen den Schulen, wie sie mit dem Datenschutz umgehen. Ein Vorschlag der Behörde wäre, dass alle Kinder nach der Einschulungsfeier zu einem gemeinsamen Klassenfoto zusammenkommen, deren Eltern das wünschen.

Es braucht die Einwilligung der Eltern

Wenn Eltern bei der Einschulung Fotos von ihren Kinder machen, ist das grundsätzlich kein Problem. Auch, wenn andere Kinder auf den Bildern zu sehen sind. Das gilt allerdings nur, wenn die Bilder ausschließlich für das private Fotoalbum gedacht sind. Kritisch wird es, wenn die Fotos in sozialen Medien wie Facebook und Instagram veröffentlicht werden. In diesem Fall muss vor der Veröffentlichung die Einwillung der Erziehungsberechtigten eingeholt werden, und das am besten schriftlich. So sieht es die Datenschutz-Grundverordnung vor. 

Die betroffenen Schulen in Sachsen-Anhalt hatten die Eltern offenbar zuvor um eine entsprechende Einwillung gebeten. Doch weil einige nicht wollten, dass ihre Kinder fotografiert werden, sei ein allgemeines Fotoverbot verhängt worden.