Eltern erfahren durch Gaffer-Fotos bei Facebook vom tödlichen Unfall ihrer Söhne

13. Januar 2016 - 15:59 Uhr

Der Wagen ihrer Kinder wurde in zwei Teile gerissen

Es war eine Nacht, die für ein Elternpaar aus Balve nicht grausamer hätte sein können. Bekannte alarmierten sie, nachdem sie bei Facebook Fotos eines tragischen Verkehrsunfalls sahen, auf dem sie das verunglückten Auto der Familie erahnten - und sie behielten Recht: Auf den Bilder des Horror-Unfalls bei Iserlohn erkannten die Eltern das Kennzeichen.

Sofort eilten sie völlig verzweifelt zur Unfallstelle, wo sich ihre schreckliche Vermutung bestätigte. Ihr 22-jähriger Sohn, der Fahrer des Autos, und sein 17-jähriger Bruder, der auch mit im Auto saß, hatten einen schrecklichen Unfall. Wie 'derwesten.de' berichtet, waren die beiden Brüder gerade auf dem Weg nach Hause. Dabei kam ihr Sportwagen auf der Autobahn 46 Richtung Brilon vermutlich durch erhöhte Geschwindigkeit von der feuchten Fahrbahn ab. Der Audi krachte gegen Bäume, überschlug sich mehrfach und wurde in zwei Teile zerrissen. Der Fahrer wurde durch die Wucht aus dem Auto geschleudert, der Beifahrer saß noch auf dem Beifahrersitz. Für beide Brüder kam laut Polizei jede Hilfe zu spät.

Eltern und Zeugen mussten vor Schock ins Krankenhaus

Bei Iserlohn gab es einen schrecklichen Horror-Unfall.
Beide Söhne der Familie aus Balve kamen bei dem Horror-Unfall ums Leben.

Seelsorger kümmerten sich an der Unfallstelle um die verzweifelten Angehörigen, die ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Auch 30 Zeugen mussten laut Feuerwehr psychologisch betreut werden - so schlimm war der Anblick der Unfallstelle. Eine Schwangere, die im Rückstau des Unfalls stand, musste mit plötzlichen Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Frackteile des Autos lagen über mehrere hundert Meter verteilt. Die Autobahn war in Richtung Brilon stundenlang gesperrt. Wer sich genau aus diesem Anblick einen Spaß machte und Bilder des Horrorunfalls bei Facebook postete, ist laut Polizei noch unklar.

Strafrechtliche Konsequenzen drohen dem Gaffer allerdings nicht: "Wir werden keine Ermittlungen aufnehmen", sagte Oberstaatsanwalt Gerhard Pauli von der Staatsanwaltschaft Hagen dem 'Westen'. Gaffen sei nur dann strafbar, wenn die Rettungskräfte dadurch bei der Arbeit behindert werden. Das Foto alleine stelle noch keinen Straftatbestand dar.