Elon Musk mit Gedankenspiel

Fusioniert Tesla bald mit deutschen Autobauern?

Elon Musk spekuliert über Übernahmen von Tesla.
Elon Musk spekuliert über Übernahmen von Tesla.
© dpa, Britta Pedersen, fgj

05. Dezember 2020 - 8:47 Uhr

Tesla-Chef gibt Raum für Spekulationen

Geht Tesla bald zusammen mit einem traditionsreichen Autobauer? Darüber wird in der Branche gerade wild spekuliert. Auf einer Veranstaltung am Abend in Berlin, sagte Elon Musk, dass wenn ein Konkurrent mit einem Übernahmeangebot auf Tesla zukäme, man dieses Angebot durchaus diskutieren könnte. Doch das würde auch deutsche Autobauer teuer zu stehen kommen. Volkswagen, Mercedes oder BMW, die für eine solche Übernahme theoretisch in Frage kämen, müssten das Portemonnaie sehr weit öffnen.

Elon Musk: Übernahmeangebote für Tesla nicht direkt ablehnen

Wenn Elon Musk etwas sagt, dann wird die Branche hellhörig. Der Chef des wertvollsten Autoherstellers der Welt scheint ein Gespür dafür zu haben, was er sagen muss, damit sein Unternehmen im Gespräch bleibt. "Wir werden definitiv keinen feindlichen Übernahmeversuch starten" sagte Elon Musk gestern bei einer Preisverleihung in Berlin, wo er für seine Innovationskraft in der Elektromobilität ausgezeichnet wurde. Doch wenn traditionsreiche Autobauer, beispielsweise aus Deutschland, Tesla ein Übernahmeangebot unterbreiten würden, so werde man darüber reden, ergänzte er.

Tesla bald in der Hand eines deutschen Autobauers? Es scheint wohl erst mal nur ein loses Gedankenspiel des Mobilitäts-Visionärs zu sein. Denn für eine wirkliche Fusion müssten deutsche, aber auch andere europäische oder asiatische Traditions-Hersteller, sehr tief in die Tasche greifen. Denn der amerikanische Elektroauto-Produzent hat einen Marktwert von ca. 550 Milliarden Dollar und ist damit der wertvollste Autohersteller der Welt. Zum Vergleich: Volkswagen, immerhin der Hersteller, der mit rund 10 Millionen verkauften Fahrzeugen der größte Produzent von Autos ist, hat gerade mal einen Börsen-Wert von etwas über 90 Milliarden Dollar.

Giga-Fabrik in Grünheide soll im Sommer öffnen

Konkrete Pläne oder sogar Namen von Autoherstellern, die für Musk in Frage kommen könnten, nannte der Tesla-Chef nicht. Bevor das theoretische Gedankenexperiment des Tesla-Chefs tatsächlich real wird, warten auf den Elektroautobauer ohnehin noch andere wichtige Herausforderungen.

Im Sommer will Tesla seine Giga-Fabrik im brandenburgischen Grünheide eröffnen. In dem kleinen Ort, unweit von Berlin, läuft der Bau der Produktionsstätte auf Hochtouren. Bis zu 500.000 Fahrzeuge will Tesla hier jährlich produzieren. Doch ganz so reibungslos, wie sich Tesla den Bau seiner Riesen-Fabrik wohl vorgestellt hatte, läuft es nicht. Anwohner und Umweltschützer kritisieren unter anderem die massive Rodung von Waldflächen. Denn dort wo die neue Fabrik entsteht, ist eigentlich ein Naturschutzgebiet. Erst vor wenigen Tagen erteilte das brandenburgische Umweltamt die Zulassung zu weiteren Waldrodungen von rund 82 Hektar. Im Gegenzug muss Tesla aber Umweltauflagen zum Artenschutz erfüllen und für Aufforstung sorgen.