Kinostart: 5. Dezember 2019

Elle Fanning als Altherren-Phantasie: Filmkritik zu Woody Allens „A Rainy Day in New York“

05. Dezember 2019 - 15:20 Uhr

Drei Gründe, warum dieser Film höchstens was für eingefleischte Woody-Allen-Fans ist

Gefühlt kein Jahr ohne neuen Woody-Allen-Film. Doch je älter der Meister der scharfzüngigen Komödie wird (er feierte am 1.12. seinen 84. Geburtstag), desto jünger werden seine Stars: Diesmal reden und verlieben sich Timothée Chalamet (23), Elle Fanning (21) und Selena Gomez (27) um Kopf und Kragen. Warum beim Zuschauer leider nicht immer der Funke überspringt, verrät Mireilla Zirpins uns im Video.

In der Hauptrolle: der süße Frauenschwarm Timothée Chalamet

Seit er in "Call Me By Your Name" so schön von Armie Hammer verführt wurde, ist Timothée Chalamet der Shooting Star des Independent Kinos. Und zwar einer, auf den sich die Frauen verständigen können. Nun darf er wieder einen verwirrten Jüngling geben. In Woody Allens "A Rainy Day In New York" gibt er den Studenten Gatsby Welles, dessen gelangweiltes Dasein ein einziger Protest gegen seine stinkreichen Eltern zu sein scheint. Das Studium des Hochbegabten dümpelt vor sich hin, während er sich dem Glücksspiel hingibt. Das einzig stabile scheint seine Beziehung zu der scheinbar naiven Bankierstochter Ashleigh (Elle Fanning) aus der texanischen Pampa zu sein.

Aber da haben wir uns in Provinzschönheit Ashleigh gehörig getäuscht. Als die nämlich in New York ein Interview mit Indie-Regisseur Roland Pollard (Liev Schreiber) führen soll, überschlagen sich die Ereignisse. Der arme Gatsby ist auf einmal abgemeldet und irrt allein durch die Stadt, in der er aufgewachsen ist, und die gute Ashleigh entdeckt ihre Wirkung auf reifere Männer.

Ja, da wären wir wieder bei ein paar Lieblingsthemen von Woody Allen, dessen Heimat- und Lieblingsstadt New York seit 50 Jahren immer wieder eine Hauptrolle in seinen Filmen spielt. Und da haben wir von seiner Vorliebe für Lolitas noch gar nicht gesprochen...

In den USA kommt der Film gar nicht erst ins Kino, weil sich Amazon im Rahmen der #meToo-Debatte nachträglich von der Produktion distanzierte. Dylan Farrow wirft Woody Allen, der damals der Lebensgefährte ihrer Mutter Mia Farrow war, vor, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben. Mittlerweile haben einige der Schauspieler, darunter Timothée Chalamet, Selena Gomez und Rebecca Hall sich von Allen distanziert und ihre Gagen an wohltätige Organisationen gespendet.