Fußball kann so grausam sein

Elfer-Drama in London: Eintrachts Final-Traum platzt vom Punkt

10. Mai 2019 - 1:01 Uhr

Englisches Europa-League-Finale

Eintracht Frankfurts Traum vom Europa-League-Finale ist auf die wohl grausamste Art, die der Fußball zu bieten hat, geplatzt. Die Elf von Trainer Hütter verlor das Halbfinal-Rückspiel an der Stamford Bridge beim FC Chelsea mit 3:4 im Elfmeterschießen. Nach 120 spektakulären Minuten hatte es 1:1 gestanden.

Chelsea trifft im Finale am 29. Mai in Baku (Aserbaidschan) auf den FC Arsenal, der sein Rückspiel mit 4:2 beim FC Valencia gewann.

Im Video: Hier zerplatzt Frankfurts Final-Traum

Dabei sah es bei der Tortur vom Punkt zunächst nach einem Triumph für die Elf von Trainer Hütter aus. Torwart Trapp hielt Chelseas zweiten Elfer von Azpilicueta. Doch dann scheiterten Hinteregger und Paciencia an Chelseas Kepa. Hazard verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die Blues. Aus, vorbei.

Was folgte war Eintracht pur: Tausende mitgereiste Frankfurter feierten ihre Europapokal-Helden lautstark. Die Stamford Bridge war trotz Niederlage fest in Frankfurter Hand.

Das Halbfinal-Drama im Zeitraffer

Die Eintracht begann engagiert, beide Mannschaften fanden schnell ins Spiel und versuchten aus dem Mittelfeld heraus mit schnellen Pässen zum Abschluss zu kommen. Die erste große Möglichkeit dann für die Blues: Willian passte flach in den Fünfmeterraum - Giroud verpasst am ersten, Loftus-Cheek am zweiten Pfosten (11.)

Chelsea immer stärker und mit viel Druck nach vorne - Eintracht-Keeper Trapp vereitelte eine dicke Chance von Giroud (23.), wenig später rettete Hasebe auf der Linie (24.). Der Führungstreffer von Loftus-Cheek nach tollem Zuspiel von Hazard (28.) nur folgerichtig und durchaus verdient.

Frankfurt bemühte sich weiterhin um Chancen, fand aber in der ersten Hälfte kaum Möglichkeiten gegen die starken Londoner. Der Bundesligist stand nicht kompakt genug und kam immer einen Schritt zu spät - Torschütze Loftus-Cheek hatte sogar das 2:0 auf dem Fuß (40.).

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Kein Sieger nach 90 Minuten

In der zweiten Hälfte ein völlig anderes Bild: Die Frankfurter ließen sich nicht entmutigen, kamen hochmotiviert aus der Kabine - und belohnten sich prompt für ihren unbändigen Willen! Hasebe schickte Jovic mit einem hohen Anspiel in den Strafraum, der Stürmerstar netzte souverän zum 1:1 ein (49.).

Das Spiel plötzlich wieder völlig offen, Chelsea mit Problemen - während zunächst vor allem Frankfurt auf den entscheidenden Treffer drängte. In der regulären Spielzeit sollte der allerdings nicht fallen - mit dem 1:1 ging es nach 90 Minuten in die Verlängerung.​

Thriller in der Verlängerung mit dicken Chancen

In der ausgeglichenen Extraschicht über 30 Minuten hatte Frankfurts Haller die dicke Chance zum Siegtor (100.), Luiz klärte in Kung-Fu-Manier auf der Linie. Wenig später jubelten plötzlich die Blues: Nach einer Ecke versuchte Trapp zu klären - Azpilicueta köpfte den Ball allerdings aus seinen Händen ins Netz. Doch Schiri Hategan griff ein, der Treffer zählte nicht.

Es kam wie es kommen musste: Elfmeterschießen.

FC Chelsea - Eintracht Frankfurt 1:1 (0:0), 4:3 im Elfmeterschießen (Hin 1:1)

Tore: 1:0 Loftus-Cheek (28.) , 1:1 Jovic  (49.)

Elfmeterschießen

CHE: Barkley (+), Azpilicueta (-), Jorginho (+), D.Luiz (+), Hazard (+)
FRA: Haller (+), Jovic (+), de Guzman (+), Hinteregger (-), Paciencia (-)