Anti-Terror-Einsätze in Nordrhein-Westfalen

Nach Festnahme: Elf Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Anti-Terror-Einsatz gegen mutmaßliche IS-Anhänger
© dpa, Stephan Witte, kdf-tv & picture 2019 axs

30. März 2019 - 14:56 Uhr

Ermittler prüfen mögliche Verbindungen zur Terrormiliz IS

Aus Furcht vor einem Terroranschlag ist die Polizei in zwei Bundesländern gegen eine mutmaßliche Zelle der Terrormiliz IS vorgegangen. Beamte durchsuchten am Freitag und Samstag Objekte in zehn Städten Nordrhein-Westfalens sowie im baden-württembergischen Ulm. Sie suchten nach Sprengstoff und Waffen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte. Elf Männer im Alter von 22 bis 35 Jahren überwiegend tadschikischer Nationalität wurden zeitweise festgenommen. Ihre Freilassung wurde angeordnet, nachdem keine Waffen und Sprengstoff gefunden wurden.

Beamten suchten nach Sprengstoff und Waffen

Die Polizei wirft den Verdächtigen vor, sich entweder als Zelle der Terrormiliz IS oder als Befürworter der Ziele dieser Organisation Waffen und Sprengstoff verschafft zu haben. Damit hätten sie geplant, in der Zukunft einen noch nicht konkret geplanten Anschlag auf dem Gebiet der Bundesrepublik zu begehen.

Mehrere hundert Beamte durchsuchten unter anderem Objekte in Essen, Düsseldorf, Wuppertal, Mönchengladbach, Duisburg sowie im baden-württembergischen Ulm. Durchsucht worden seien unter anderem Wohnungen, sagte Oberstaatsanwalt Daniel Vollmert. An mehreren Orten kamen Spezialkräfte zum Einsatz. Auch Sprengstoffspürhunde waren dabei.

Kein Zusammenhang mit der Irrfahrt eines Mannes in Essen

Auslöser für den Großeinsatz war die Irrfahrt eines 19-jährigen Tadschiken in der Essener Innenstadt am Freitag. Der polizeibekannte Mann war am Morgen mit seinem Wagen mit "deutlich überhöhter Geschwindigkeit" in der Innenstadt-Fußgängerzone unterwegs. "Da hatte man die Befürchtung, dass das vielleicht der Auftakt ist für mehrere Anschlagsszenarien", sagte der Behördensprecher weiter. Dies habe sich aber nicht bestätigt. Zwischen beidem gebe es keinen Zusammenhang.

"Das war der Grund, dass die Durchsuchungsaktion am gestrigen Tage angelaufen ist, um sicherzustellen, dass die Verdächtigen in unserem Tatkomplex nicht tatsächlich an dem Tag etwas umsetzen", sagte Vollmert weiter. Es habe zwar nicht den Verdacht gegeben, "dass die eine Amokfahrt planen. Aber es gibt ja genügend Beispiele für terroristischeAnschläge unter Verwendung eines Kraftfahrzeugs". In dem Moment sei nicht auszuschließen gewesen, dass die tadschikische Person in Essen Teil der Gruppierung gewesen sei.