Viele Tiere in "erbärmlichem Zustand"

Elefanten-Krankenhaus in Indien: Misshandelte Dickhäuter liebevoll aufgepäppelt

21. April 2019 - 14:07 Uhr

Letzte Rettung für kranke und misshandelte Elefanten

In Indien leben Schätzungen von Tierschützern zufolge mehr als 3.000 Elefanten in Gefangenschaft. Viele von ihnen werden als Touristenattraktion missbraucht, andere in Tempeln und Zirkussen zur Schau gestellt oder als Arbeitstiere benutzt. Eine Hilfsorganisation hat vor wenigen Monaten das erste Krankenhaus für Elefanten eröffnet - und spricht von einem Erfolg.

Viele Elefanten für Touristen gequält

Elefanten-Krankenhaus in Indien: Misshandelte Dickhäuter liebevoll aufgepäppelt
Elefantendame Holly bekommt in der Klinik medizinische Hilfe.

Der jüngste Neuzugang in der Klinik heißt Holly. Die Elefantendame ist blind und leidet unter Arthritis. Als Aktivisten sie entdeckten, war ihr Körper übersäht mit nicht behandelten Abszessen. Holly gehörte einem privaten Besitzer, der sie für Ausritte mit Touristen gekauft hatte, wie die Tierschutzorganisation "SOS Wildlife" berichtet. Ohne Hilfe wäre sie wahrscheinlich gestorben. Jetzt behandeln Ärzte und Tierpfleger den Elefanten mit modernster Technik: Gegen die Gelenkentzündung bekommt Holly eine Lasertherapie. Ihre Wunden werden täglich gereinigt und desinfiziert. Und zum ersten Mal bekommt sie ausreichend zu Essen. Vor allem Bananen und Papayas stehen auf dem Speiseplan.

Elefanten in Indien vom Aussterben bedroht

Elefanten-Krankenhaus in Indien: Misshandelte Dickhäuter liebevoll aufgepäppelt
Die Organisation "Wildlife SOS" hat die Klinik in Indien gegründet.

Die Klinik befindet sich in der nordindischen Stadt Mathura im Bundesstaat Uttar Pradesh und hat im November 2018 den Betrieb aufgenommen. Hier gibt es neben drahtlosen digitalen Röntgengeräten und Spezialwaagen auch Wärmebildgeräte und Quarantäneeinrichtungen. Die Elefanten, die hierherkommen, haben neben Abszessen vor allem Verdauungs- und Gelenkprobleme - eine Folge von Mangelernährung und jahrelanger Misshandlung. Touristen sind in dem Krankenhaus nach Medienberichten übrigens ausdrücklich willkommen. Die Tierschützer wollen ihnen zeigen, welche schlimmen Folgen eine Gefangenschaft haben kann. In einem angrenzenden Schutzgebiet werden die Elefanten weiter versorgt.

Elefantenklinik in Indien
Die Versorgung von Elefanten ist eine Herausforderung: Im Schnitt benötigen sie am Tag rund 150 Kilogramm Nahrung und 100 Liter Wasser.

In Indien leben nur noch rund 27.000 wilde Elefanten. Die Tiere sind in Asien vom Aussterben bedroht. Sie gelten zwar als heilig, das heißt aber nicht, dass sie auch gut behandelt werden, wie Tierschützer immer wieder öffentlich anprangern.