Wegen steigender Mordrate

Staatschef von El Salvador lässt Häftlinge trotz Corona zusammenpferchen

27. April 2020 - 22:25 Uhr

Kopf an Kopf im Gefängnis - ohne Schutzmasken

El Salvador hat ohnehin schon eine der höchsten Mordraten weltweit, am Wochenende kamen innerhalb kürzester Zeit dutzende Morde hinzu. Daraufhin hat Staatschef Nayib Bukele ein hartes Durchgreifen in Gefängnissen gefordert. Dort sind viele Bandenmitglieder inhaftiert. Wärter pferchten die Häftlinge im Izalco-Gefängnis daraufhin wie Vieh zusammen - trotz der Corona-Krise ohne Schutzmasken. Die Situation in den Gefängnissen sehen Sie im Video.

22 Morde sollen aufgeklärt werden

Die Beine sind gespreizt, sie sitzen Bauch an Rücken. Die Bilder aus dem Gefängnis in El Salvador offenbaren erschreckende Zustände. Die strengen Corona-Maßnahmen, die auf den Straßen gelten, scheinen nicht für Inhaftierte zu gelten. Grund dafür: Vergangenen Freitag soll es auf den Straßen 22 Morde gegeben haben. Bukele forderte darauhin, dass die Anführer der verantwortlichen Gangs in Einzelhaft gebracht werden. Offenbar handelten die Wärter daraufhin grob fahrlässig.

Bis die Morde aufgeklärt seien, werde das öffentliche Leben lahmgelegt. "Kein Kontakt mit der Außenwelt. Die Geschäfte bleiben geschlossen und alle Aktivitäten werden bis auf Weiteres eingestellt", schrieb der Staatschef bei Twitter.

Viele der Häftlinge trugen keine Atemschutzmasken.
Viele der Häftlinge trugen keine Atemschutzmasken.
© Shutterstock

An manchen Tagen gab es gar keine Morde in El Salvador

Noch 2015 verzeichnete El Salvador laut der "Neuen Zürcher Zeitung" die höchste Mordrate weltweit. Unter Präsident Bukele sanken die Zahlen rapide. In den vergangenen Monaten habe es sogar immer wieder Tage ohne einen eizigen Mord gegeben, erklärte der Präsident des mittelamerikanischen Landes.