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Eklig: In München hetzt die Zentrumspartei mit blutigem Flugblatt gegen Abtreibung

Ein Untersuchungszimmer der Abteilung Gynäkologie
Untersuchungszimmer in der Gynäkologie (Archivbild) © picture alliance / ZB, Patrick Pleul

Vertreter des Katholizismus

Die Deutsche Zentrumspartei (DZP) blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gegründet vor beinahe 150 Jahren, waren sie eine der wichtigsten Parteien in der Weimarer Republik. Dort nahm die Partei in etwa die Stellung ein, die die CDU heute innehat, nur nicht überkonfessionell, das sogenannte Zentrum vertrat das katholische, konservative Deutschland.

Harmlose Hülle, ekelhafter Inhalt

Auch wenn die Partei mittlerweile keine Bedeutung mehr hat, so ist sie doch ihrer Ausrichtung treu geblieben. Das zeigt eine Aktion gegen Abtreibung, die Ende der letzten Woche in München Aufsehen erregte: Die Partei verteilte Flyer harmlosen Aussehens, es schien normale Werbung zu sein, für Pizza, inklusive Gutschein, ein Faltblatt. Wer dieses jedoch aufklappte, dem verging der Appetit umgehend: Das angebotene Menü war zwar wirklich eine Pizza, allerdings mit blutigen, zerstückelten Embryonen belegt – "Hm … lecker! Gemetzgert nach der Absaugmethode" hieß es in der Beschreibung.

Adressat dieses geschmacklich streitbaren Flugblattes ist laut 'Süddeutscher Zeitung' das 'Medicare Gesundheitszentrum Freiham', das auch Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Explizit wendet sich das Blatt gegen den verantwortlichen Arzt Friedrich Stapf, der schon seit langem im Visier von Abtreibungsgegnern ist.

"Tötungsspezialist" und "Massenmörder" sind Worte, die sich Stapf an den Kopf werfen lassen muss, ebenso wie Vergleiche mit der Tötungsmaschinerie des dritten Reiches. Dagegen klagte er, allerdings ohne Erfolg. Das fällt unter "Meinungsfreiheit", entschieden Richter, er werde nicht in seiner Menschenwürde angegriffen.

Zentrum: Ziel erreicht

Deswegen ist auch offen, ob sich das Zentrum für diese Aktion vor Gericht verantworten muss und wie. Allerdings ermittelt die Staatsanwaltschaft, nachdem einige angewiderte Bürger den Flyer zur Polizei brachten. Möglicherweise hat das Zentrum gegen den Paragrafen 131 des Strafgesetzbuches verstoßen. Dort geht es um die Darstellung von Gewalt.

Der Generalsekretär der Partei gibt den Verstoß gegen den guten Geschmack und die Grenzen harter sachlicher Auseinandersetzung offen zu, die Partei wird die übrigen Flyer jedoch vernichten. Man habe aber das Ziel erreicht, das Gesundheitszentrum in den Fokus zu rücken. Der Zweck heiligt die Mittel.

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