Überführter Doping-Sünder triumphiert

Eklat beim Biathlon: Frankreich-Star Martin Fourcade bezeichnet Sieger als "Schande"

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12. Januar 2019 - 14:14 Uhr

Premieren-Sieg mit bitterem Beigeschmack

Alexander Loginow hat beim Sprint in Oberhof seinen ersten Sieg im Weltcup gefeiert. In der Biathlon-Szene freut man sich normalerweise für den Premieren-Erfolg des Konkurrenten. Oder erkennt ihn zumindest an. Doch nicht so bei Loginow. Denn: Der Russe ist ein überführter Dopingsünder.

"Er hat gewonnen, aber meinen Respekt bekommt er nicht"

Allen voran Martin Fourcade kann das nicht vergessen. Angesprochen auf Loginows Sieg verfinsterte sich die Miene des Dominators der vergangenen Jahre. "Für mich ist es eine Schande", klagte der fünfmalige Olympiasieger: "Er hat gewonnen, aber meinen Respekt bekommt er nicht."

Fourcade gilt unter den Biathleten als lautester Kämpfer gegen Doping. Und vor allem Loginow ist dem 30-Jährigen seit dessen Sperre wegen EPO-Dopings ein Dorn im Auge. Als dieser nur rund zwei Monate nach der abgesessenen Strafe für die WM 2017 in Hochfilzen nominiert wurde, twitterte Fourcade: "Wir dachten nicht, dass es möglich ist. Aber sie haben es getan."

Nach dem zweiten Rang mit der französischen Mixed-Staffel in Hochfilzen verließ Fourcade die Siegerehrung aus Protest vorzeitig. Auf dem Podium standen auch die drittplatzierten Russen - mit Loginow. "Er hat sich nie entschuldigt oder später darüber gesprochen", sagte Fourcade in Oberhof. Loginow schweigt sich über seine Vergangenheit lieber aus. "Ich denke nicht mehr daran, ich will nur laufen", so der 26-Jährige.

Dopingverstöße auch bei der WM 2017?

Biathlon-Weltcup Oberhof, Training Männer (10.01.2019) Martin Fourcade (Frankreich) beim Training. Oberhof Thüringen Deutschland *** Biathlon World Cup Oberhof Training Men 10 01 2019 Martin Fourcade France at Training Oberhof Thüringen Germany
Der französische Seriensieger Martin Fourcade ist ein Vorkämpfer gegen Doping
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Loginow hatte Anfang 2013 bei der Junioren-WM zweimal Gold und zweimal Bronze gewonnen. In einer zehn Monate nach den Triumphen entnommenen Probe fiel der Russe mit EPO auf. Allerdings wurde dies erst ein Jahr später durch neue Testmethoden entdeckt. Der Weltverband IBU sperrte Loginow für zwei Jahre bis November 2016. "Auch wenn es schwerfällt, wir müssen damit leben. Ich finde es auch nicht schön", sagte Erik Lesser, einer von vier Athletensprechern: "Es ist die Maximalstrafe von zwei Jahren ausgesprochen worden. Die hat er abgesessen, jetzt ist er wieder dabei. Wenn keine positive Doping-Probe in der nächsten Zeit kommt, dann müssen wir das einfach so hinnehmen."

Doch genau dies könnte sich noch ändern. Erst Mitte Dezember war Loginow mit vier Teamkollegen und fünf Betreuern ins Visier österreichischer Ermittler geraten. Der Grund: mögliche Dopingverstöße während der WM 2017 - dort, wo Loginow kurz nach seiner abgesessenen Sperre Bronze mit der Mixed-Staffel holte.