Evelyn Burdecki (31) hat sich für diese Methode entschieden

Eizellen einfrieren: Wie funktioniert "Social Freezing"?

Frauen lassen sich im gebärfähigen Alter Eizellen entnehmen und einfrieren.
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28. Januar 2020 - 12:22 Uhr

Evelyn Burdecki hat einen großen Kinderwunsch

Evelyn Burdecki (31) hat im Liebesleben einfach kein Glück, aber will unbedingt Mama werden. Deshalb will die 31-Jährige jetzt ihre Eizellen einfrieren lassen, wie sie RTL exklusiv verraten hat. Evelyn ist damit nicht alleine - immer mehr Frauen setzen sich mit "Social Freezing" auseinander: Eizellen werden eingefroren, um sie Jahre später zu befruchten.

Eizellen möglichst vor dem 35. Lebensjahr einfrieren lassen

Diese Methode ist für jede Frau geeignet. Das Alter spielt eine wesentliche Rolle: "Es sollte möglichst vor dem 35. Lebensjahr erfolgen, weil später einfach die Qualität der Eizelle deutlich schlechter wird und damit auch die Möglichkeiten eingeschränkt sind", sagt Frauenärztin Marion Eva Krawitz.

Je jünger die Frau, desto besser auch die Qualität ihrer Eizellen und desto weniger Zyklen werden benötigt, um die Eizellen zu gewinnen. Die meisten Frauen, die einen solchen Eingriff vornehmen lassen, sind jedoch bereits Mitte Dreißig und müssen sich dementsprechend darauf einstellen, mehrere Zyklen zu benötigen.

Ambulante Behandlung in kleiner Narkose

Die Risiken für die Frau oder die Eizellen sind gering.
Die Risiken für die Frau oder die Eizellen sind gering.
© dpa, Waltraud Grubitzsch

Der Aufwand sei relativ einfach. Man startet mit einem Stimulations-Zyklus, dann macht man die Eizell-Entnahme in einer kleiner Narkose. Die Behandlung erfolgt ambulant. Anschließend wird geschaut, wie viele Eizellen man gewonnen hat und schließt dann - wenn nötig - einen weiteren Zyklus an.

Wenn dann eine Frau bereit ist, wird zunächst eine natürliche Schwangerschaft versucht. Wenn das nicht klappt, kann man dann auf die eingefrorenen Eizellen zurückgreifen. Das Risiko, dass die Eizelle während der Behandlung beschädigt wird oder die Frau Schäden davon trägt, seien laut Krawitz gering.

Kosten pro Zyklus ab 2.500 Euro

Beim "Social Freezing" seien die Risiken für die Frau und die Eizellen gering.
Beim "Social Freezing" seien die Risiken für die Frau und die Eizellen gering.
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Die Kosten für den Eingriff muss die Patientin selbst tragen, die Krankenkasse übernimmt hier nicht. Wie viel der Eingriff genau kostet, ist jedoch individuell verschieden. Pro Zyklus kostet die Eizellenentnahme zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Generell gilt aber: Jährlich kommen außerdem noch etwa 200 bis 300 Euro an Kosten für die Aufbewahrung der entnommenen Eizellen dazu.

Wer sich interessiert, sollte mit einer Frauenärztin sprechen. Diese verweist dann meist an das Kinderschutzzentrum, wo das Social Freezing stattfindet.

Das Einfrieren ist keine Garantie für eine Schwangerschaft

In Deutschland ist es rechtlich nicht geregelt, bis wann entnommene Eizellen tatsächlich auch genutzt werden müssen. Da es sich um unbefruchtete Eizellen handelt, greift das Embryonenschutzgesetz hier nicht. In den USA lassen sich übrigens nur zehn bis zwanzig Prozent der Frauen, die Eizellen haben einfrieren lassen, tatsächlich auch einmal befruchten. Die Mehrheit dieser Frauen ist vorher schon auf natürlichem Wege schwanger geworden oder hat sich gegen Kinder entschieden.

Das Einfrieren von Eizellen funktioniert zudem nicht immer. Zwar ist das Verfahren mittlerweile relativ zuverlässig, dennoch lässt sich eine Eizelle, die das Einfrieren gut überlebt hat, nicht auch automatisch gut befruchten. Daher gilt: Eizellen einfrieren zu lassen ist keine Garantie dafür, zum gewünschten Zeitpunkt auch tatsächlich schwanger werden zu können.