Eitorf: Heimtückischer Mord an Sandra D.? Ehemann vor Gericht

Prozessbeginn gegen den Ehemann von Sandra D. am Landgericht Bonn.
Prozessbeginn gegen den Ehemann von Sandra D. am Landgericht Bonn.
© picture alliance / dpa, Daniel Naupold

07. April 2014 - 17:28 Uhr

Dirk D. soll Sandras Leiche im Krankenhausmüll entsorgt haben

Seit rund eineinhalb Jahren ist Sandra D. (42) aus Eitorf bei Bonn spurlos verschwunden, ihr Ehemann Dirk D. sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Obwohl die Leiche der Verkäuferin bis heute nicht gefunden wurde, ist Oberstaatsanwalt Robin Faßbender davon überzeugt, dass der 41-Jährige das heimtückische Verbrechen begangen hat. Nun entscheidet das Landgericht Bonn im Fall 'Mord ohne Leiche'.

Laut Anklage soll Dirk D. seine Frau am Morgen des 9. September 2012 zunächst betäubt und anschließend die Treppe herunter gestoßen haben. Da Sandra D. den Sturz überlebte, habe er sie ins Schlafzimmer getragen und auf dem Bett solange gewürgt, bis sie tot war. Anschließend habe er den Leichnam zerstückelt und nach und nach in den Küchenabfällen des Krankenhauses entsorgt, in dem er als Koch beschäftigt war.

Dirk D. behauptet, die Mord-Geschichte erfunden zu haben

Der Verdacht gegen den Ehemann erhärtete sich, als sich fast ein Jahr später seine neue Freundin an die Polizei wandte. Der 40-Jährigen gegenüber soll der Angeklagte die Tat gestanden haben. Wie der 'Kölner Stadtanzeiger' berichtet, gelang es den Ermittlern, belastende Gespräche zwischen der Zeugin und Dirk D. aufzuzeichnen. Nach weiteren Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft Anfang Februar 2014 Mordanklage gegen den 41-Jährigen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe und erklärt, seine Frau habe ihn an dem Tag nach einem Streit verlassen und sei nicht zurückgekehrt. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, er habe die Horrorgeschichte für seine Freundin erfunden. Weil sie so heiß auf solche Geschichten gewesen sei, habe er die Story immer weiter ausgeschmückt. Die Tatsache, dass die Freundin neben dem Angeklagten eingeschlafen sei, auch nachdem ihr die Geschichte bekannt war, wertet die Verteidigung als Indiz dafür, dass es sich um eine freie Erfindung handelt. Dass die Vermisste tot ist, davon geht der Ankläger sicher aus: Seit dem Tag ihres Verschwinden vor knapp eineinhalb Jahren habe es kein einziges Lebenszeichen mehr von der 42-Jährigen gegeben.