RTL News>News>

Eiszeit zwischen Ankara und Berlin: Türkische Hoteliers kämpfen um deutsche Urlauber

Eiszeit zwischen Ankara und Berlin: Türkische Hoteliers kämpfen um deutsche Urlauber

Fast ein Drittel weniger Urlauber aus Deutschland

Die Stimmung zwischen der Regierung in Ankara und der in Berlin ist angespannt. Das bekommt auch die Tourismusindustrie in der Türkei zu spüren. Viele Deutsche verzichten in diesem Jahr auf einen Urlaub in dem Land. Im Mai 2016 besuchten noch rund 430.000 Deutsche die Türkei. Im Mai 2017 waren es nur noch 300.000 Urlauber.

"Wir wollen die Deutschen um jeden Preis wiedergewinnen"

Für die Hoteliers vor Ort ist dieser Touristenschwund hart. Zwar steigt die Zahl der Touristen in der Türkei – jetzt kommen vor allem Menschen aus Russland und Osteuropa, trotzdem vermissen die Hotelbesitzer die deutschen Urlauber.

"Wir wollen die Deutschen um jeden Preis wiedergewinnen", erklärt der Hotelier Osman Ayik. Er schätzt Besucher aus der Bundesrepublik als höfliche und verlässliche Kunden. Auch Geschäftsleute, die vom Tourismus leben, spüren die Auswirkungen der politischen Eiszeit zwischen Berlin und Ankara. Wie die Branche versucht, dem Trend entgegenzuwirken, sehen Sie im Video.

Zuletzt sorgte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seinen Plänen zur Wiedereinführung der Todesstrafe für Unmut. "Und ich persönlich achte nicht darauf, was Hans und George dazu sagen. Ich achte darauf, was Ahmet, Mehmet, Hasan, Hüseyin, Ayse, Fatma und Hatice sagen", erklärte Erdogan. Mit "Hans und George" spielt Erdogan auf EU-Staaten wie Deutschland und Großbritannien an. Die EU hatte gedroht, die Beitrittsgespräche mit der Türkei abzubrechen, sollte dort die Todesstrafe wieder inkraft treten.