Eiswinter dämpft Jobwunder nur leicht

Der Boom auf dem deutschen Arbeitsmarkt geht weiter: Viele Firmen suchen weiter Mitarbeiter
© dpa, Patrick Pleul

04. Januar 2011 - 15:46 Uhr

Arbeitsmarkt boomt

Trotz des harten Winters ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland zum Jahresende auf den tiefsten Stand seit 19 Jahren gesunken.

Selten ist der deutsche Arbeitsmarkt unter so guten Vorzeichen ins neue Jahr gestartet wie 2011: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember zwar um 85.000 auf 3.016.000 gestiegen. Das sind aber 260.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,8 Prozent gelegen.

Dass die Arbeitslosenzahl angestiegen ist, bewerten weder die BA nich Banken-Volkswirte als negatives Vorzeichen. "Man muss sich jetzt keine Sorgen machen", sagte Andreas Rees von der Unicredit. Der harte Winter habe seine Spuren hinterlassen. Wenn sich das Wetter im Frühjahr normalisiere, werde der Aufschwung am Arbeitsmarkt weitergehen.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht jetzt das Ziel der Vollbeschäftigung in "realistischer Reichweite". Angesichts der guten Konjunktur werde sich die Besserung am Arbeitsmarkt auch im laufenden Jahr fortsetzen, sagte er. Die deutsche Wirtschaft habe den Weg aus der Krise gefunden, der Grundstein für ein nachhaltiges Wachstum sei gelegt. "Das vergangene Jahr war am Arbeitsmarkt ein Jahr des Erfolgs."

Probleme vor allem bei Hochqualifizierten

Noch nie hatte es in der Bundesrepublik Deutschland so viele Jobs gegeben. 2010 waren im Durchschnitt rund 40,37 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Dies seien 197.000 oder 0,5 Prozent mehr als 2009.

Zugleich wuchs die Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften im Dezember 2010 noch einmal kräftig, wie die Bundesagentur für Arbeit ergänzend mitteilte. Die Chancen von Jobsuchern seien damit inzwischen wieder besser als zum Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Herbst 2008. Auch Arbeitsmarktexperten rechnen damit, dass sich das Jobwunder im Jahr 2011 fortsetzt.

Inzwischen drohen nach Erkenntnissen der Bundesagentur in einigen Branchen bereits Personalengpässe. Probleme gebe es vor allem bei Hochqualifizierten. Der statistische Gradmesser für die Zahl der offenen Stellen in den Unternehmen kletterte im Dezember 2010 um fünf auf 155 Punkte. Diese sind 39 Zähler mehr als vor einem Jahr. Vor allem Zeitarbeitsunternehmen suchten derzeit Mitarbeiter. Gleichzeitig wachse der Anteil der Vollzeitjobs und der Jobs mit Festanstellung.