Kind von Eisskulptur erschlagen

Experte: So hätte man das Unglück verhindern können

26. November 2019 - 10:13 Uhr

Eisskulptur-Unfall in Luxemburg: Kind stirbt in Krankenwagen

In Luxemburg ist ein Kleinkind auf einem Weihnachtsmarkt von Teilen einer einsackenden Eisskulptur erschlagen worden. RTL hat mit dem Experten Oliver Hartmann gesprochen. Er ist seit fünf Jahren Organisator der "Eiswelt" ein Dresden. Er glaubt, das Unglück hätte verhindert werden können.

Plötzlich brach eine Skulptur in sich zusammen

Der Weihnachtsmarkt auf dem Place Guillaume II in Luxemburg hatte erst seit Freitag geöffnet. Zu den Highlights zählt eine Eisbahn auf dem Platz, die unter Einheimischen auch als "Knuedler" bekannt ist. Eisskulpturen schmücken die Fläche des Anbieters.

Gegen 20 Uhr am Sonntagabend stürzte dann eine der Skulpturen plötzlich in sich zusammen. Ein Trümmerteil traf das Kind. Wie ein Augenzeuge der Tageszeitung "L'essentiel" berichtet, habe es Schreie gegeben. Rettungskräfte waren innerhalb von nur fünf Minuten an der Unglücksstelle – doch die Hilfe kam zu spät. Das Kind starb noch im Rettungswagen.

Das sagt Experte Oliver Hartmann zu dem Fall

"Unsere Skulpturen stehen in einer Halle, die konstant auf minus 8 bis minus 10 Grad runtergekühlt ist", erklärt Oliver Hartmann. Er organisiert die "Eiswelt"-Ausstellung in Dresden seit fünf Jahren. Die Halle müsse so kalt sein, dass die Eiskunstwerke nicht schmelzen könnten. Dann werde es nämlich gefährlich, weil die Skulpturen auseinanderfallen könnten.

"Man kann Skulpturen im Freien - zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten - bauen. Dann müssen sie aber abgesperrt sein", so der Experte. Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt könne das Eis rasch schmelzen. Zur Zeit des Unfalls in Luxemburg soll die Außentemperatur 10 Grad betragen haben.

"Wenn Skulpturen draußen stehen, dann sollten sie aus einem Block gefertigt sein", meint Oliver Hartmann. So seien sie stabiler. In der heruntergekühlten Halle sei es üblich, die Figuren aus mehreren Blöcken zu fertigen, die dann zusammenfrieren würden.