Eisfach taut etwas auf – jetzt kommt Schnee

10. Februar 2016 - 13:09 Uhr

Kälteste Nacht des Winters im Westen

Hört das denn nie mehr auf? Schneemassen und Eis machen Europa immer mehr zu schaffen. Mehr als 300 Menschen starben in ganz Europa bisher in der Kälte.

Eisfach taut etwas auf – jetzt kommt Schnee
Nach der Eiseskälte kommt jetzt der Schnee vom Osten.
© dpa, Thomas Frey

Der Westen Deutschlands erlebte bei unter minus 20 Grad die bisher kälteste Nacht des Winters. In Köln war es um 7 Uhr mit minus 16,3 Grad sogar kälter als in Berlin (-15,1 Grad) und Oberstdorf (-15,5). Im Norden und Osten, wo der Frost gestern mit fast minus 30 Grad Rekordwerte erreicht hatte, haben Schnee- Wolken neue Tiefststände verhindert.

Zwar wird es jetzt etwas etwas wärmer, aber eine echte Linderung ist nicht in Sicht. Vom Osten her zieht heute Schnee über das Land und kann zu Verkehrsbehinderungen führen. Die User auf unserer RTL Aktuell-Facebookseite melden bereits Schneefall auf Rügen und Fehmarn über Goslar bis Nürnberg und Stuttgart. An der Ostsee kann es zu stürmischen Böen kommen.

Während es in Deutschland bei der Bahn kaum Probleme gab, leidet vor allem die Binnenschifffahrt unter dem Dauerfrost. "Nachdem der letzte Winter schon so heftig war und wir drei Monate lahmgelegt waren, trifft uns dieser umso härter", sagte Kapitän Reinhard Weiß aus Hohenwarthe bei Magdeburg. Er mache jeden Tag rund 1.000 Euro Verlust, wenn seine beiden Schiffe im Eis auf der Elbe festsitzen.

Kälte und Schnee lähmen Europa

Besonders dramatisch ist die Lage in Osteuropa. In der Ukraine kostete die bittere Kälte mit Temperaturen bis minus 30 Grad mindestens 135 Menschen das Leben, wie das Zivilschutzministerium in Kiew mitteilte. In den Krankenhäusern werden 2.000 Menschen mit Erfrierungserscheinungen behandelt. In Polen stieg die Zahl der Kältetoten auf 68.

In Bulgarien folgten der arktischen Kälte heftige Regenfälle, die zu Überschwemmungen führten. Dabei kamen mindestens acht Menschen ums Leben, wie der staatliche Rundfunk in Sofia berichtete.

Selbst den Menschen in Südeuropa macht die ungewöhnliche Kälte zu schaffen: In Italien starben Schätzungen zufolge bislang zehn Menschen. In Rom und zahlreichen anderen Städten blieben Schulen und Behörden geschlossen. Zehntausende Menschen waren in Mittelitalien noch immer ohne Strom. Aus Frankreich wurden am Wochenende vier Tote gemeldet.

In der Schweiz wurde ein Kälterekord in bewohnten Gebieten für diesen Winter aufgestellt: In der Gemeinde Samedan nahe St. Moritz im Südosten des Landes fiel die Temperatur in der Nacht zu Montag auf minus 35,1 Grad. In dem Ort im Engadin auf 1720 Metern Höhe wird es wegen seiner besonderen Lage in einem Tal bei klarem Wetter häufig sehr kalt. Auf der abgelegenen und unbewohnten Glattalp in der Zentralschweiz auf 1.850 Metern war es sogar minus 45 Grad kalt.

Auf Mallorca wurden die tiefsten Temperaturen seit 40 Jahren registriert. Wie die Lokalpresse berichtet, waren an der Balearen-Universität in Palma de Mallorca minus 5,7 Grad gemessen worden. Eine solche Kälte hatte es zuletzt im Jahr 1972 gegeben. Die spanische Ferieninsel hatte am Wochenende zudem die Insel die stärksten Schneefälle seit 1956 erlebt. In den Bergen lag eine Schneedecke von bis zu 30 Zentimeter. Zeitweise waren auch die Badestrände eingeschneit.