Große Gefahr durch Eis-Monster

Eisberg A-68A auf Kollisionskurs mit Pinguin-Insel

15. Dezember 2020 - 7:58 Uhr

Eisberg kommt bedrohlich nahe

Der Eisberg A-68A bedroht die Pinguine-Population auf der Insel Südgeorgien im Südatlantik. Das Eis-Monster von der Größe des Saarlands könnte in naher Zukunft dort eintreffen. Südgeorgien gilt als wichtigstes Brutgebiet der Königspinguine, aber auch mehrere Millionen andere Pinguine und Robben leben auf der Insel, die formal zum Vereinigten Königreich zählt. Der Eisberg stellt eine Gefahr für die dort lebenden Tiere dar.

Der Eisberg steuert immer mehr auf Südgeorgien zu
Dieser ESA-Karte zeigt den Weg, den Eisberg A-68A genommen hat bis zum 8. November.
© RTL, ESA

Kollision immer wahrscheinlicher

Der A68 hatte sich im Juli 2017 vom Schelfeis Larsen C in der Antarktis abgespalten. Der Tausende Milliarden Tonnen schwere und etwa 200 Meter dicke Koloss kommt jetzt in den Gewässern von Südgeorgien an. Die Chancen auf eine Kollision sind recht hoch.

Die Entstehung von Eisbergen sei ein natürlicher Prozess, der durch die Erwärmung der Luft und der Ozeane jedoch beschleunigt werde, betonten die Wissenschaftler. Der Westen der Antarktis gehört demnach zu den Regionen der Welt, die sich besonders schnell erwärmen.

Der Eisberg ist nur noch wenige hundert Kilometer von Südgeorgien entfernt
So schnell ist der Eisberg A-68A vom 15.11 (rot) bis 30.11. (weiß) voran gekommen. Südgeorgien liegt in der rechten Ecke des Bildes
© RTL, ESA

Ökosystem in Gefahr

HANDOUT - 27.08.2020, Österreich, Wien: Ein Küken kuschelt mit einem Königspinguin in einem Gehege. Das Tier kam am 16. Juli zur Welt. Zum dritten Mal bekam das Königspinguin-Pärchen im Tiergarten Schönbrunn Nachwuchs. Foto: Daniel Zupanc/TIERGARTEN
Die Insel Südgeorgien gilt als wichtigstes Brutgebiet der Königspinguine.
© dpa, Daniel Zupanc, hds claudis nwi

Wissenschaftler sehen die Gefahr, dass die Tierarten sich beim Eintreffen des Eisbergs nicht mehr richtig mit Futter versorgen könnten. Vögel könnten Probleme bei der Ernährung ihrer Brut bekommen. "Die Zahl der Pinguine und Robben könnte stark zurückgehen", erklärte Geraint Tarling vom British Antarctic Survey. Auch das Ökosystem am Meeresboden könne durcheinander gebracht werden, dessen Erholung Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte brauche. Der Eisberg habe "mehrere Hunderte von Jahren Nährstoffe und Staub gespeichert, die nun freigesetzt werden und nach und nach die Ozeane düngen", fügte Geraint Tarling hinzu.

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