18. April 2019 - 16:01 Uhr

Besonderer Anblick für die Menschen, ernster Hintergrund für den Bär

Schon wieder wurde in einer russischen Stadt ein Eisbär gesichtet. Und das hunderte von Kilometern von seinem gewohnten Lebensraum entfernt. Die Bewohner eines Dorfes auf der östlichen Halbinsel Kamtschatka in Russland waren vom Anblick des Eisbären überrascht. Das erschöpft aussehende Tier ist anscheinend von Chukotka in das etwa 700 Kilometer südlich gelegene Dorf Tilichiki auf Kamtschatka gereist. Im Video oben sehen sie den erschöpften Bär bei der Ankunft und wie er von den Menschen empfangen wird.

Der Bär hat wohl die Orientierung auf der Eisscholle verloren

Umweltschützer sagten, der Bär hätte auf einer Eisscholle seinen Orientierungssinn verloren. "Aufgrund des Klimawandels wird die Arktis wärmer, die Umgebung für die Jagd wird kleiner und weniger bequem", sagte Vladimir Chuprov von Greenpeace. "Das Eis geht zurück und die Eisbären suchen nach neuen Wegen, um zu überleben. Und der einfachste Weg ist zu den Menschen zu gehen." Denn hier gibt Futter im Müll oder von den Menschen selbst.

Denn Einheimische, die dem Bären Fisch hinwerfen,  geben dem Tier das Gefühl, sich willkommen zu fühlen. Angst vor dem Tier brauchten die Menschen in diesem Fall nicht zu haben. Denn der Bär ging an den Bewohnern vorbei, ohne Aggression zu zeigen.

Rettungsaktion geplant, um den Bär wieder nach Hause zu bringen

Die Behörden in Kamtschatka bereiten sich Ende dieser Woche auf eine Rettungsaktion vor. Sie planen, den Bären mit einem Beruhigungsmittel für eine bestimmte Zeit auszushalten und dann mit einem Hubschrauber nach Chukotka zu transportieren. Wir wünschen eine gute Heimreise.

Eisbären sind ein Symbol für den Klimawandel und sie sind gefährlich. Sie gelten als größte an Land lebende Raubtiere der Erde und sind als Art vom Aussterben bedroht. Sie dürfen nicht abgeschossen werden. Allerdings könnten Ausnahmegenehmigungen erteilt werden, wenn es Probleme oder gefährliche Situationen mit Menschen gibt.