EM-Quali gegen Nordirland

Die Mannschaft - das Zeugnis

© dpa, Tom Weller, nic

19. November 2019 - 22:42 Uhr

So haben wir das DFB-Team bewertet

Die deutsche Nationalmannschaft fährt nach dem starken 6:1 gegen Nordirland in Frankfurt als Gruppensieger zur EM 2020. Wir haben die Leistung des DFB-Teams im letzten Gruppenspiel unter die Lupe genommen.

Die Taktik

Bundestrainer Joachim Löw schickte seine Elf wie schon gegen Weißrussland im offensiven 4-3-3-System in die Commerzbank-Arena. Für Manuel Neuer hütete Marc-André ter Stegen das Tor, hinten links startete Jonas Hector neben dem neuen Innenverteidiger-Duo Jonathan Tah und Emre Can. Im Mittelfeld vertraute Löw Toni Kroos, Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan. In der Offensive wirbelten Julian Brandt, Leon Goretzka und Serge Gnabry.

Torwart

Marc-André ter Stegen: Beim Gegentreffer war der Barca-Keeper machtlos. Hatte wenig Ballkontakte, konnte sich kaum beweisen oder Argumente sammeln für den Kampf um die Nummer eins. Größte Herausforderung in Halbzeit zwei: nicht einzuschlafen.

Note: 3

Abwehr

Jonas Hector: Spielte offenbar unter dem Motto: die Wiederbelebung der deutschen linken Seite. Zeigte deutlich mehr als Positions-Konkurrent Nico Schulz am Samstag. Leitete gute Möglichkeiten ein, strahlte trotz zuletzt weniger Einsätze Selbstbewusstsein und Gefahr aus. Belohnte sich direkt mit den Assists auf Gnabry und Goretzka. Abzug gibt's für einen zu zu laschen Pass auf Tah, der beinahe zum 2:0 der Nordiren führte. Note: 2

Jonathan Tah: Agierte oft als letzte Absicherung in der Viererkette. Grätschte mehrmals hinten die Nordiren ab. Brachte "Robustheit" ins deutsche Spiel. Note: 3

Emre Can: Stichwort Robustheit - rechts neben Innenverteidiger-Kollege Tah startete Can und ging teils wild, teils abgeklärt in die Zweikämpfe mit den Offensivmännern der Nordiren. Dem 25-Jährigen merkte man die fehlende Spielpraxis allerdings an. Note: 3

Lukas Klostermann: Glänzte nicht wie gegen Weißrussland. Das deutsche Offensivspiel war diesmal sehr links-lastig, der Leipziger fiel auf der gegenüberliegenden Außenbahn dagegen ab.  Schlug einige ungenaue Flanken.​ Pluspunkt: Begann die zweite Halbzeit mit seiner Torvorlage auf Gnabry. Note: 4

Mittelfeld

Joshua Kimmich: Der "Giftzweg" gab hinter Kroos den defensiven Abräumer. Rettete einmal in höchster Not durch eine "ehrliche" Grätsche. Zusammen mit Kroos das Mastermind hinter der Ballbesitz-Party. Zeigte in der Schlussphase in einer Szene viel Ballgefühl und Zauberfüßchen. Note: 2

Toni Kroos: Leitete ungeschickt und versehentlich per Kopf den frühen Gegentreffer ein (10.) Demonstrierte seine technische Finesse via Traum-Diagonal-Steilpass auf Gnabry. Leistete als Ballverteiler einen guten Job an. Aus der Distanz immer eine Gefahr. Note: 2

Ilkay Gündogan: Ebenfalls ein Freund der luftigen Steilpässe. Beweis A: Seine schöne Flanke auf Brandt (5.), war aber auch selbst torgefährlich, Beweis B: Köpfte an den Pfosten (11.). Wirkt mit Kroos so langsam eingespielt. Note: 2

Angriff

Julian Brandt: Beackerte meist die linke Seite. Wirkte anfangs wieder etwas glücklos und blieb ohne große eigene Torchance. Bereitete den dritten Gnabry-Treffer vor, riss durch viel Bewegung Lücken auf der linken Seite und belohnte sich mit seinem Treffer zum 6:1. Note: 3

Serge Gnabry: Ein Spiel ohne Tor war auch wirklich genug, dafür traf der Schwabe nun gleich dreifach. Verballerte erst noch die Großchance zum Ausgleich (10.), kurz darauf knallte er per technisch versierter Drehung das DFB-Team zum Ausgleich (19.). Nach Wiederanpfiff folgte die nächste Schulstunde mit dem Thema "Schusstechnik", anschließend die Kür in Sachen Abgezocktheit. Wahnsinnsquote: 13 Tore in 13 Länderspielen. Hut ab! Note: 1

Leon Goretzka: Trifft auch im zweiten Spiel nach seinem Comeback. Hechtete mit viel Einsatz in die Hector-Flanke und grätschte Deutschland zur Führung (43.). Kurz vor seiner Auswechslung machte er den Doppelpack durch einen Distanzschuss perfekt (73.). Entwickelt sich spürbar zu einer Größe in der Nationalelf. Note: 2

Einwechslungen

65.: Niklas Stark für Lukas Klostermann

73.: Suat Serdar für Leon Goretzka

80. Nadiem Amiri für Serge Gnabry