Viertelfinal-Aus gegen Frankfurt

Werder Bremen faustet sich aus dem Pokal

Silva und Kamada treffen für Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Das Team von Trainer Adi Hütter bezwang im letzten Viertelfinale Werder Bremen mit 2:0 (1:0). Damit komplettiert die Eintracht das Halbfinale, in dem auch Bayer Leverkusen, Bayern München und Viertligist 1. FC Saarbrücken stehen. Spielunterbrechungen wegen Hass-Bannern gab es am Mittwoch nicht.

VAR hilft Frankfurt

Die Eintracht profitierte von einer unglücklichen Aktion des Werder-Verteidigers Ludwig Augustinsson. Kurz vor der Halbzeit berührte er unbeabsichtigt mit dem ausgestreckten Arm im Luft-Zweikampf den Ball. Nach einem Hinweis vom Video Assistant Referee Christian Dingert schaute sich Schiri Felix Zwayer die TV-Bilder an und zeigte auf den Punkt. André Silva verwandelte den fälligen Elfmeter eiskalt.

"Ich gehe in ein Kopfball-Duell, er ist größer. Ich bin sehr enttäuscht mit dieser Situation. Ich bin kein Fan vom VAR", sagte Augustinsson in der ARD und Mitspieler Kevin Voigt ergänzte: "Wenn man klar nach dem Regelwerk geht, kann man sagen: Das ist ein Elfmeter. Mich persönlich langweilt das Thema. Ich bin es leid. Es sind soviele Emotionen, die kaputt gehen. Ich bin kein Freund dieser Regel."

Kurios: Werder-Coach Florian Kohfeldt war zum Zeitpunkt des Strafstoßes schon wutentbrannt in der Kabine verschwunden. Ärgerlich war der Gegentreffer, da Davie Selke und Maxi Eggestein die besten Chancen der Gäste zuvor vergeben hatten.

Nach dem Seitenwechsel legte Frankfurt nach – Daichi Kamada machte mit dem 2:0 (60.) den Pokal-Deckel drauf. Die SGE segelte in weitgehend ruhigen Gewässern ins Halbfinale. Für die abstiegsbedrohten Bremer verschärft sich die Krise hingegen weiter. Bitter für Frankfurt: In der Nachspielzeit sah Flügelflitzer Filip Kostic nach einem überharten Foul die Rote Karte und ist mindestens für das Halbfinale gesperrt. Ömer Toprak musste anschließend vom Feld getragen werden.

Keine Spielunterbrechung wegen Plakten

Abseits des Spielfeldes gab es zwar Pyrotechnik und haufenweise Fan-Banner, diese blieben aber über der Gürtellinie. Schon vor dem Spiel hatten die Frankfurter Fans unzählige Plakate mit Kritik am DFB und dessen Funktionären gezeigt, zudem das ironische Plakat in Richtung Trainer Adi Hütter: „Adi, melde dich, wenn du eine Spielunterbrechung brauchst“.

04.03.2020, Hessen, Frankfurt/M.: Fußball: DFB-Pokal, Eintracht Frankfurt - Werder Bremen, Viertelfinale in der Commerzbank-Arena. Die Banner mit der Aufschrift "Adi, meld dich wenn du ne Spielunterbrechung brauchst" sind vor dem Spiel im Stadion zu
Eintracht-Fans grüßen den Trainer Adi Hütter
cvi, dpa, Uwe Anspach

Schmähplakate gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp und daraus resultierende Spielunterbrechungen gab es dann aber nicht. Mit dem Banner „Dietmar Hopp, du Sohn einer Mutter :-)“ meldeten sich die Frankfurt-Ultras in der zweiten Halbzeit zu Wort.

Frankfurt
Dieses Plakat war in der zweiten Halbzeit zu sehen
Imago Sportfotodienst

Im ersten Viertelfinale am Mittwoch hatte Bayer Leverkusen zuhause Union Berlin mit 3:1 besiegt. Das Spiel wurde von einem Notarzteinsatz überschattet.

Die Runde der letzten Vier wird am Sonntag (18 Uhr) im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund ausgelost.