2019 M03 15 - 14:50 Uhr

Viel Licht - und etwas Schatten

Die Frankfurt-Fans zelebrieren ihre Europapokal-Auswärtsfahrten. Einmal mehr entfachten sie im fremden Stadion eine heiße Heimspielatmosphäre, belagerten den Domplatz und feierten in der Nacht. Ärger gab's wieder einmal um Pyrotechnik. Das könnte gravierende Folgen haben.

SGE-Fans belagern Mailand

Schon Stunden vor dem Spiel (lesen Sie hier den Spielbericht des 1:0-Erfolgs) war die Mailänder Innenstadt und der Platz vor dem Mailänder Dom fest in Hand der Frankfurt-Fans. Gemeinsam zogen sie dann in einem Fanmarsch in Richtung San Siro, wo das Stadion von Inter Mailand beheimatet ist. Ein eindrucksvolles Bild. Über 15.000 Anhänger der Hessen sollen den Weg in die italienische Metropole gefunden haben – laut UEFA ein Rekord für ein Auswärtsspiel in der Europa League. Für die partie hatten offiziell 13.500 Eintracht-Fans Karten bekommen.

13.500 Frankfurter im Stadion

In der Arena folgte dann wieder einmal ein eindrucksvoller Support. Wer nur auf die Akustik achtete, vermutete ein Heimspiel im Waldstadion, so lautstark traten die Anhänger auf, die die den kompletten Oberrang im Gästebereich und darüber hinaus bevölkerten.

Auch die italienische Presse staunte über die große Europapokal-Party von Eintracht Frankfurt in Mailand. "Deutsche Fans belagern Mailand", titelte die Zeitung La Repubblica. Von einer "deutschen Invasion" sprach die Mailänder Zeitung Corriere della Sera.

Die magische Nacht wurde von vielen Fans in Mailand fortgesetzt. Berichte über Ausschreitungen gab es zunächst nicht.

Erneuter Pyro-Ärger

Zu dem vielen Licht gesellte sich aber auch Schatten. Kurz vor und nach dem Schlusspfiff und dem Einzug ins Viertelfinale zündeten vereinzelte Eintracht-Fans Pyrotechnik. Eine Leuchtrakete landete in einem Inter-Fanblock, eine weitere nach Schlusspfiff auf dem Rasen. Bereits beim Gruppenspiel bei Lazio Rom im Dezember waren die Frankfurter Fans mit einem ähnlichen Vergehen negativ aufgefallen. Ein leidiges Thema für die SGE. Aufgrund mehrerer Vorfälle spielt der Bundesligist auf europäischer Ebene auf Bewährung. Nun droht ein Teil-Ausschluss für die nächste Auswärtspartie. Das verärgerte auch Spieler und Verantwortliche.

"Dafür habe ich kein Verständnis"

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Pyrotechnik landet auf dem Mailänder Rasen
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"Es ein No-Go. Wir wissen, dass wir vorbestraft sind", sagte Keeper Kevin Trapp. Teamkollege Sebastian Rode stimme zu: "Es ist ärgerlich."

"Wir betonen immer, dass wir die Fans brauchen, besonders auswärts. Das hat uns auch heute wieder geholfen", sagte Nationaltorwart Trapp weiter: "Es ist einfach schade, dass es manche nicht verstehen. Wenn 15.000 hierher mitreisen und sich auf ein Spiel freuen und Einzelne es kaputt machen, dann ist das einfach Schwachsinn. Dafür habe ich kein Verständnis."

Die Ethikkommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatte den Club damals mit einer Ausschlussstrafe für das nächste internationale Auswärtsspiel belegt, die Strafe jedoch für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Die könnte jetzt greifen. Zudem musste die Eintracht damals eine Geldstrafe in Höhe von 80.000 Euro zahlen. Ein offizielles Statement der UEFA steht noch aus.