Flammende Verteidigungsrede von Adi Hütter

"Ich weiß, dass ich kein Lügner bin"

15. April 2021 - 16:55 Uhr

Vor der Reise in seine neue Heimat wirkte Adi Hütter emotional angefasst. Jede Enttäuschung über seinen Wechsel von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach verstehe er, versicherte der Österreicher, doch die Anfeindungen von Teilen der Fans wühlten ihn auf.

"Ganze Liebe" für die Eintracht

Er wisse, dass er "kein Lügner" sei, und er versicherte, dass er bis zum Sommer seine "ganze Liebe und das ganze Herz" für die Eintracht geben werde. Dass es im direkten Duell im Borussia-Park am Samstag (15.30 Uhr im Liveticker bei RTL.de) aber auch um seine Zukunft geht, dürfte Hütter kaum ausblenden können. Zwar beteuerte der 51-Jährige, dass man seine neue Aufgabe am Niederrhein "klar trennen" müsse. Doch die Brisanz der Begegnung könnte kaum größer sein.

Obwohl beide Teams noch große Ziele verfolgen, dreht sich im Vorfeld nun alles um den einen Mann, der am Saisonende die Trainerbänke wechselt - und sich nun einen direkten Eindruck von seiner neuen Mannschaft verschaffen kann. Mit einem Sieg hätte Hütter womöglich großen Anteil daran, dass er in der kommenden Saison als Gladbach-Coach an Donnerstagabenden frei hat.

"Noch hungriger als vorher"

Trainer Adi Hütter (Eintracht Frankfurt) - 08.08.2018: Eintracht Frankfurt Training, Commerzbank Arena DISCLAIMER: DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. *** Coach Adi Hütter Eintracht Frankfurt 08 08 2
Sein "Ich bleibe"-Bekenntnis aus dem Februar wird heftig diskutiert.
© imago/Schüler, Marc Schüler, imago sportfotodienst

Rücksicht will er darauf nicht nehmen. Nachdem seine Entscheidung am Dienstag bekannt wurde, sei er "noch hungriger als vorher, dass wir dieses Ziel erreichen", sagte Hütter. Gemeint ist die erstmalige Qualifikation für die Champions League mit den Hessen. Ein ähnlicher Negativlauf, wie ihn die Fohlen nach Marco Roses Wechselentschluss erlebt hatten, soll klar vermieden werden.

Doch so entschlossen Hütter im Hinblick auf den Endspurt auftritt, die heftigen Reaktionen auf seinen Wechsel ließen ihn nicht kalt. Insbesondere das eindeutige "Ich bleibe"-Bekenntnis aus dem Februar wird heiß diskutiert. "Wenn sich viele Dinge verändern, habe ich das Recht, mir Gedanken über die Zukunft zu machen", sagte Hütter.

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"Wir sind trotzdem alle Profis"

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"Adi wird seinen Job in Frankfurt bestmöglich machen", sagt Max Eberl.
© dpa, Marius Becker, mb jai sab gfh nic

Die Eintracht steht nach den Abgängen von Hütter, Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und womöglich einiger Leistungsträger in wenigen Monaten vor einem radikalen Schnitt. Die Suche nach neuem Personal läuft auf Hochtouren, zahlreiche prominente Namen wie Ralf Rangnick geistern umher. Doch die ständigen Unruhen im Frankfurter Stadtwald sollen das Sieben-Punkte-Polster auf Borussia Dortmund keinesfalls gefährden. Hütter garantierte, "dass die Mannschaft nur dieses Ziel im Kopf hat". Seit Mittwoch sei "wieder alles normal, die marschieren, die gehen. Wir sind trotzdem alle Profis".

Auch Gladbachs Sportdirektor Max Eberl befürchtet keinen Interessenskonflikt. "Adi wird seinen Job in Frankfurt bestmöglich machen. Dementsprechend würden wir dann jetzt alles ruhen lassen", sagte er. In Gladbach besitzt Hütter anders als bei den Hessen keine Ausstiegsklausel.

Ob ihm Spieler von Frankfurt an den Niederrhein folgen, beantwortete Hütter nicht abschließend. "Ich habe mir noch keine Sekunde Gedanken über Mönchengladbach und die Spieler gemacht", sagte er. "Aktuell" habe er nicht vor, "den und den und den" mitzunehmen. Die Frankfurter Fans wird das kaum beruhigen.