40 Prozent der klagenden Bürger bekommen Recht

Streit um Steuerbescheid: Finanzämter irren sich häufig

Im Norden kommt der Steuerbescheid jetzt schneller. Foto: Oliver Berg/Archiv
Unterlagen für die Steuererklärung
DPA

Ihre Steuerrückzahlung fällt geringer aus als erwartet, oder Sie müssen überraschenderweise nachzahlen? Wer bei seinem Steuerbescheid Zweifel hat, sollte die Angaben nochmal genau überprüfen. Denn viele Finanzämter irren sich.

Im vergangenen Jahren hätten klagende Bürger und Unternehmen fast die Hälfte der Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) in München gewonnen, sagte BFH-Präsident Hans-Josef Thesling.

49 Prozent der Kläger erfolgreich

Der Großteil der Steuerbescheide in Deutschland wird nicht angefochten, so Thesling. Doch erreiche ein Rechtsstreit um den Steuerbescheid in zweiter Instanz einmal das höchste deutsche Steuergericht, hätten Bürger und Unternehmen sehr gute Erfolgschancen. Die Kläger seien im vergangenen Jahr in 49 Prozent der Fälle erfolgreich gewesen. Ein Spitzenwert auch im langjährigen Vergleich am Bundesfinanzhof.

Falscher Steuerbescheid? So legen Sie Einspruch ein

Wenn Sie wollen, dass Ihr Steuerbescheid noch einmal geprüft wird, müssen Sie Einspruch beim Finanzamt einlegen. Das geht per Post, Fax, E-Mail oder auch über das Online-Finanzamt ELSTER. Der Einspruch muss in der Regel innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe beim Finanzamt sein. Stimmt Ihnen die Behörde zu, werden die Fehler korrigiert. Sie erhalten einen neuen Steuerbescheid.

Sollte das Finanzamt aber Ihren Einspruch ablehnen, können Sie dagegen Klage beim Finanzgericht einlegen. Wer dann mit dem Urteil des Finanzgerichts nicht einverstanden ist, hat noch die Möglichkeit der Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) in München, dem obersten Gericht für Steuer- und Zollsachen. Wobei Verbraucher da aber einen langen Atem brauchen. Die durchschnittliche Verfahrensdauer in Revisionsfällen liegt zur Zeit bei 22 Monaten. (dpa/mmü)