Einsatz gegen Kamerateam bei Pegida-Demo: Gespräch zwischen ZDF-Mitarbeitern und Polizei geplant

24. August 2018 - 7:06 Uhr

Einsatz der Polizei weiter umstritten

Nach dem umstrittenen Vorgehen von Polizisten gegen ein ZDF-Team in Dresden wollen sich Mitarbeiter der Sendung "Frontal 21" heute mit der Polizeiführung treffen. Ob es danach eine Stellungnahme geben wird, ist nicht bekannt.

LKA überprüft Hintergrund des Demonstranten

ARCHIV - 16.08.2018, Sachsen, Dresden: Teilnehmer einer Demonstration der islamfeindlichen Pegida-Bewegung stehen anlässlich des bevorstehenden Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) im Sächsischen Landtag an einer Straßenkreuzung. Ein Mann hatte s
Der Polizeieinsatz bei Protesten in Dresden sorgt weiter für Diskussionen.
© dpa, Sebastian Kahnert, skh pat tba

In der vergangenen Woche hatte ein Pegida-Demonstrant bei Protesten gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lautstark ein ZDF-Filmteam angegriffen. Der Mann warf den Journalisten vor, eine Straftat zu begehen, indem sie ihn filmten.

Daraufhin kontrollierte die Polizei das Kamerateam, das erst nach einer Dreiviertelstunde wieder seiner Arbeit nachgehen konnte. Ein Videoausschnitt der Szene machte rasch im Internet die Runde und löste eine bundesweite Debatte über eine Einschränkung der Pressefreiheit aus.

Später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Demonstranten um einen Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamts (LKA) handelte. Das LKA wollte mit Verweis auf den Datenschutz keine Angaben machen. Nach MDR-Angaben überprüft die Behörde derzeit, welche Verbindungen der Mitarbeiter zur rechten Szene nach Freital hat.

Politiker äußern sich über sächsische Polizei

Nach dem Vorfall bezogen zahlreiche Politiker Stellung zu den Vorwürfen gegen die sächsische Polizei. FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle forderte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf, sich einzuschalten. "Es ist unerhört, dass er sich noch nicht zu den Vorgängen geäußert hat. Daraus spricht eine Ratlosigkeit und Ohnmacht", sagte Kuhle der "HuffPost".

Der frühere sächsische Grünen-Chef Jürgen Kasek bezeichnete fast ein Drittel der Polizisten im Freistaat als empfänglich für rechtsnationale Parteien oder Pegida. Das Festhalten des ZDF-Teams sei kein Einzelfall sagte er der "Rheinischen Post". "Journalisten in Dresden berichten immer wieder, dass sie von der Polizei an ihrer Arbeit gehindert wurden", so Kasek.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wies pauschale Anschuldigungen gegen die Polizei zurück. Mit Blick auf die vom ZDF veröffentlichten Bilder twitterte er: "Die einzigen Personen, die in diesem Video seriös auftreten, sind Polizisten."