Verkehr soll noch länger eingeschränkt werden

Corona-Mutation in Großbritannien: Regierung plant Einreiseverbot bis zum 6. Januar

Keine Flüge zwischen Großbritannien und der EU - laut Bundesregierung mindestens bis zum 6.1.2021.
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22. Dezember 2020 - 8:36 Uhr

Reisende müssen mit massiven Einschränkungen rechnen

Die in Großbritannien entdeckte neue Variante des Coronavirus isoliert das Land zunehmend. Die meisten europäischen Länder stoppten die Einreise aus dem Königreich, um die Verbreitung der von den Briten als besonders aggressiv eingestuften Mutation zu unterbinden - darunter auch Deutschland. Nach RTL-Informationen plant die Regierung das Einreiseverbot bis zum 6. Januar zu verlängern. Das betrifft Reisende aus Großbritannien und Südafrika.

In Dänemark bereits erste Fälle nachgewiesen

Zuvor hatte Deutschland erklärt, dass bis zum 31. Dezember keine Flugzeuge aus Großbritannien mit Passagieren mehr landen dürfen. Die Bundesregierung war mit dieser Entscheidung am Sonntag innerhalb der EU vorangeschritten. Auch in Südafrika ist eine aggressive Virus-Variante aufgetaucht. Die Flugverbindungen von dort nach Deutschland sind aber noch nicht gekappt worden. Die Bundesregierung plant allerdings eine entsprechende Verordnung.

Einzelne Fälle der Mutation sind bereits in der EU aufgetreten, in Dänemark sind bisher neun Fälle bekannt. Schweden machte deswegen seine Grenze zu dem Nachbarland dicht, auch die Türkei verhängte einen Einreisestopp für das skandinavische Land. Deutschland, das ebenfalls an Dänemark grenzt, ergriff zunächst keine entsprechenden Maßnahmen.

Neue Virus-Variante aus Großbritannien viel ansteckender

Die in Großbritannien entdeckte Mutation ist nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form sein könnte. Premierminister Boris Johnson hatte betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien. Die Form breitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus.

Von den am Sonntag auf dem Hamburger Flughafen eingetroffenen Passagieren aus Großbritannien wurden sieben positiv auf das Coronavirus getestet. Bei einem Fluggast in Hannover hat sich ebenfalls eine Infektion bestätigt. Weitere Labortests sollten nun klären, ob die Passagiere sich mit der neuen, möglicherweise besonders ansteckenden Virus-Variante infiziert haben, teilte die Region Hannover mit. Anders als in Hamburg mussten am Flughafen Hannover die 62 Passagiere aus London in einem Terminal übernachten.

Stau am Hafen in Dover
Auch Frankreich schloss die Grenzen für Lastwagen aus Großbritannien.
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Lufthansa fliegt aktuell keine Passagiere aus Großbritannien aus

Die in Großbritannien festsitzenden Deutschen müssten sich auf "erhebliche Einschränkungen" einstellen. "Wir empfehlen Betroffenen, nach Möglichkeit vor Ort zu bleiben und die Lage zu beobachten." Die Lufthansa fliegt weiter Passagiere nach Großbritannien, kehrt aber ohne Reisende zurück. Gestrichen seien Verbindungen, bei denen die Besatzung in Großbritannien übernachten müsste.

Die härtesten Maßnahmen wegen der neuen Mutation ergriff Israel. Das Corona-Kabinett entschied am Montag, Ausländern aus allen Ländern die Einreise zu verbieten. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, es gebe Ausnahmen von dieser Regel, wie etwa bei Diplomaten. "Wir haben eine neue Epidemie mit einem Virus, dessen Eigenschaften wir nicht genau kennen", sagte der 71-Jährige zu der Entscheidung. "Diese Mutation könnte auch Corona 2 sein."


Quelle: DPA, RTL.de