RKI warnt vor Virus-Mutation

Einreiseregeln für französische Grenzregion Moselle werden verschärft

Im Kampf gegen die Ausbreitung gefährlicher Mutationen des Coronavirus wird die Einreise aus der französischen Grenzregion Moselle nach Deutschland erschwert. Foto: Oliver Dietze/dpa
Im Kampf gegen die Ausbreitung gefährlicher Mutationen des Coronavirus wird die Einreise aus der französischen Grenzregion Moselle nach Deutschland erschwert. Foto: Oliver Dietze/dpa
© deutsche presse agentur

28. Februar 2021 - 16:57 Uhr

Moselle wird zum Virusvariantengebiet erklärt

Im Kampf gegen die Ausbreitung gefährlicher Mutationen des Coronavirus werden die Einreiseregeln für die französische Grenzregion Moselle verschärft. Ab Dienstag gilt das an das Saarland und Rheinland-Pfalz grenzende Département mit seinen etwa eine Million Einwohnern als sogenanntes Virusvariantengebiet, wie das Robert Koch-Institut bekannt gab. Wer jetzt noch einreisen will, muss einen negativen Coronatest vorweisen.

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In Moselle breitet sich die südafrikanische Corona-Variante aus

Außerdem soll ein Beförderungsverbot für öffentliche Verkehrsmitte gelten, für das es allerdings zahlreiche Ausnahmen gibt. Stationäre Grenzkontrollen wie an den Grenzen zu Tschechien oder zum österreichischen Bundesland Tirol sind vorerst nicht geplant. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) begründeten die Entscheidung so: Bayern und Sachsen hätten ausdrücklich um stationäre Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Tirol gebeten, das Saarland und Rheinland-Pfalz aber nicht.

Über eine Verschärfung der Einreiseregeln für Moselle wurde bereits seit Tagen spekuliert. In der Region hat sich in den vergangenen Wochen vor allem die südafrikanische Variante des Coronavirus ausgebreitet. Nach Angaben von Premierminister Jean Castex macht sie bereits 60 Prozent der positiven Fälle in Moselle aus.

In Deutschland beträgt der Anteil nach offiziellen Angaben nur ein Prozent. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen lag in Moselle zuletzt bei knapp 300. Im Saarland sind es dagegen nur 73, in Rheinland-Pfalz sogar nur 49.

Diese Regeln gelten ab Dienstag bei der Einreise aus Moselle

Ab Dienstag zählt Moselle nun also zu den 16 Ländern und Regionen im Ausland, die als Virusvariantengebiet eingestuft sind. Für Reisende ergeben sich dadurch folgende Änderungen:

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  • Bei Einreise nach Deutschland muss ein negativer Corona-Test vorgewiesen werden, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein Schnelltest reicht auch.
  • Einreisende müssen sich vor dem Grenzübertritt online registrieren.
  • Fluggesellschaften sowie Bus- und Bahnunternehmen dürfen keine Passagiere mehr aus Moselle nach Deutschland befördern. Ausgenommen davon sind aber unter anderem deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Ausländer. Der Warenverkehr und der Individualverkehr sind von dem Beförderungsverbot nicht betroffen.
Einreisebeschrenkungen für Moselle
Die Deutsch-Französische Grenzregion Moselle wird zum Virusvariantengebiet.
© imago images/Becker&Bredel, BeckerBredel via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Frankreich gegen die harten Einreise-Regeln

Frankreichs Europa-Staatssekretär Clément Beaune bedauerte die Entscheidung der Bundesregierung, die Einreise weiter zu verschärfen. Sie beinhalte "schwierige Maßnahmen", sagte er dem Sender Franceinfo. Empört reagierte der Präsident der Region Grand Est, zu der Moselle gehört, Jean Rottner. Er nannte die Entscheidung "brutal" und "einseitig". Eigentlich habe man in den vergangenen Tagen eher den Eindruck einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden gehabt, sagte er dem Sender Franceinfo.

Frankreich hatte in Absprache mit der deutschen Seite in der vergangenen Woche bereits seine Einreiseregeln in die Region Moselle verschärft. Grenzgänger, die nicht aus beruflichen Gründen reisen, müssen nach Angaben des französischen Außenministeriums an der Grenze ab 1. März einen negativen Test vorlegen. Generell braucht jeder, der nach Frankreich einreist, einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Für Grenzpendler hatte es aber Ausnahmen gegeben.


Quelle: DPA, RTL.de