Einmal Hartz IV, immer Hartz IV? Kinder aus ärmlichen Verhältnissen haben es schwerer

27. Mai 2018 - 17:08 Uhr

Wer mit Hartz IV aufwächst, ist später auch oft auf Hartz IV angewiesen

Wer in einer Familie aufwächst, die von Hartz IV lebt, hat es auch später schwerer, auf eigenen Beinen zu stehen. Nur rund ein Drittel der Kinder, die in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen, schafft es, sich ein besseres Leben aufzubauen. Alle anderen bleiben arm. RTL-Reporterin Hanna Klouth hat in Chemnitz mit ihren Nachbarn gesprochen, um herauszufinden, warum sich Armut vererbt und wie sich das verhindern lässt.

Ramona Wahlich will, dass es ihren Kindern mal besser geht

Manuela Wahlich und ihr Mann sind seit Jahren auf staatliche Unterstützung angewiesen. Das Paar hat drei erwachsene Töchter. Sie wissen genau, wie es ist, wenn die Familie mit wenig Geld auskommen muss. "Wir haben gelernt mit Geld umzugehen, schon als Kinder", erzählt Tochter Martina. Im Video erzählen die Schwestern von ihrer Kindheit und was aus ihnen geworden ist.

Heute haben die drei Schwestern selbst Kinder und hoffen, dass die niemals Hartz IV beziehen müssen. "Strengt euch an, damit ihr es zu was bringt und später arbeiten geht" – das sagt Ramona Wahlich ihren Kindern immer wieder.

Vielen Kindern mangelt es an Vorbildern

Fakt ist aber leider immer noch: Wer einmal auf Hartz IV angewiesen ist, kommt dort aus eigener Kraft nur schwer wieder heraus. Laut Sozialpädagogin Jana Rauch liegt das vor allem daran, dass es den Kindern an Vorbildern mangelt. Um das zu ändern, müssten alle in die Pflicht genommen werden. Erzieher, Lehrer, Eltern der Mitschüler – jeder einzelne muss sich seiner Verantwortung bewusst werden und Kinder unterstützen, deren Chancen schlechter sind.

Während des RTL-Themenmonats unter dem Motto "Leben mit Hartz IV", versucht die Reporterin Hanna Klouth in Chemnitz einen Monat lang, mit dem Hartz-IV-Regelsatz von 416 Euro über die Runden zu kommen.