Einkaufsverbot für Dicke: Shitstorm gegen Abercrombie & Fitch

Mollige passen nicht ins Markenprofil

Nachdem die vor allem bei jungen Leuten angesagte Klamottenmarke Abercrombie and Fitch ein Einkaufsverbot für Dicke verhängt hat, ist ein weltweiter Proteststurm im Internet entbrannt. Das Unternehmen hatte bekanntgegeben, dass ab sofort in den Läden ab Größe L Schluss sei. Laut Firmenaussage passen Mollige nämlich nicht ins Markenprofil, das cool, sportlich und sexy wirken soll.

Die Folge: Proteste vor den Läden von Abercrombie & Fitch in Chicago und ein Shitstorm bei Twitter. Auf einem Foto hält eine füllige Frau ein Schild, auf dem Schild steht: "Zu fett für dieses Shirt!" Und natürlich machen die Proteste auch vor Facebook nicht halt. Unter einem Foto eines durchtrainierten Mannes heißt es zum Beispiel: "Die Leute wollen ihr hart verdientes Geld doch nicht für ein Unternehmen ausgeben, das nur hübsche Kunden haben will... Michael ist der, der hässlich ist!"

Auch an armen Menschen will A&F nicht seine Kleidung sehen

Gemeint ist Mike Jeffries, Chef der Modekette, der nicht will, dass Frauen mit Größe XL seine Klamotten tragen. Deshalb können diese in seinen Läden nur noch Sachen bis Größe L kaufen. "Wir wollen an coole, gut aussehende Menschen verkaufen und an keinen anderen!", so Jeffries. Und Kleidergröße XL ist seiner Meinung nach weder cool noch sexy.

Für Experten sind die Aussagen des Modechefs allerdings eine kalkulierte Marketingstrategie: Denn wenn die Kleidung nicht jeder haben kann, wird sie automatisch begehrenswerter.

Nicht zum ersten Mal fällt das Unternehmen mit Negativ-Schlagzeilen auf: So lehnte Abercrombie und Fitch es vor einiger Zeit ab, alte, nicht verkaufte Kleidung an Bedürftige zu spenden. Begründung: Arm passe nicht zur Marke! Kritiker starteten mit einem Video anschließend eine Internet-Kampagne, in der ein Mann die Klamotten der Marke an Obdachlose verschenkt. Auch auf der Twitter-Seite #fitchthehomeless liefen die Protestler Sturm.

Auf der Facebook-Seite von 'Abercrombie and Fitch‘ hat sich Jeffreys nun auch geäußert. Das Statement sei völlig aus dem Zusammenhang gerissen und stamme aus einem Interview aus dem Jahr 2006. Dem Protest tut das kein Abbruch.