Einigung nach einem Jahr: Bahn-Tarifkonflikt ist beendet

01. Juli 2015 - 16:54 Uhr

Streikgefahr endgültig gebannt

Nach einem Jahr ist der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) tatsächlich beendet. Beide Seiten hätten sich am Dienstagabend geeinigt. "Alles ist unterschrieben, der Tariffrieden ist hergestellt", sagte Brandenburgs früherer Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) als Schlichter.

Bahn-Tarifkonflikt ist beendet
Endlich grünes Licht für eine Einigung
© dpa, Ralf Hirschberger

Die Streikgefahr sei damit endgültig gebannt, hieß es. Die Tarifparteien hatten in den vergangenen fünf Wochen in einer Schlichtung verhandelt. Schlichter waren Platzeck und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

37.000 Beschäftigte betroffen

Die GDL hat letztendlich spürbare Einkommenserhöhungen und eine Verkürzung der Arbeitszeit erreicht. Die Entgelte steigen bereits zum 1. Juli um 3,5 Prozent und am 1. Mai nächsten Jahres um weitere 1,6 Prozent, wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) als Schlichter in dem Konflikt am Mittwoch in Berlin bei der Verkündung des Ergebnisses sagte.

Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 350 Euro. Das entspricht dem Ergebnis, das die Bahn im Mai mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erzielt hatte. Nach Angaben von Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber profitieren 160.000 Kollegen. 2018 sinkt nach den Worten von GDL-Chef Claus Weselsky die wöchentliche Arbeitszeit des Zugpersonals um eine Stunde auf 38 Stunden. Zudem gibt es Regelungen zur Altersteilzeit und zu Überstunden sowie Neueinstellungen.

Zu den Gruppen, die von beiden Gewerkschaften umworben werden, gehören außer den Lokführern die Zugbegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer und Disponenten/Planer. Insgesamt geht es um rund 37.000 Beschäftigte.