Scuderia bleibt das mächtigste Team der Formel 1

Einigung mit F1-Bossen: Ferrari behält sein Vetorecht

Ferrari wendet Machtverlust ab
Ferrari wendet Machtverlust ab
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30. November 2019 - 11:29 Uhr

Ferrari wendet Machtverlust ab

Ferrari behält im neuen, ab 2021 gültigen Grundlagenvertrag der Formel 1 überraschend sein umstrittenes Veto-Recht und bleibt damit das mächtigste Team der Königsklasse. Dies verriet der Ferrari-Vorsitzende Louis Camilleri der Financial Times.

Neu-Regelungen: Ohne Ferrari geht nichts

Die Sonderkonditionen erlauben es Ferrari als einzigem Team der Formel 1, beispielsweise zur Diskussion gestellte neue Regeln durch ein einfaches 'Nein' zu blockieren. Eine Umsetzung ist dann unmöglich.

"Wir haben die Vetorechte bewahrt. Für uns ist das von entscheidender Bedeutung", sagte Camilleri und fügte an: "Aber es ist auch für die Formel 1 insgesamt wichtig."

FIA-Präsident Todt wollte Vetorecht abschaffen

In letzterem Punkt sind sich die Verantwortlichen der Königsklasse und die Teams allerdings nicht einig. Wenig überraschend musste Ferrari seine Ansprüche gegen zahlreiche Widerstände durchsetzen, unter anderem soll sich der frühere Ferrari-Boss und heutige FIA-Präsident Jean Todt für eine Abschaffung des Alleinstellungsmerkmal der mächtigen Scuderia ausgesprochen haben.

"Einige Teams denken, das Veto ist anachronistisch und sollte ein Ende haben. Andere denken, dass es eine gute Idee ist, einen Leiter im Raum zu haben", sagte Camilleri.

Camilleri kündigte an, dass eine Nutzung des Vetorechts unwahrscheinlich sei. Seine Macht eingesetzt hatte Ferrari zuletzt 2015, als die Roten eine Regel-Revolution verhinderten, die für größere Ausgeglichenheit im Feld gesorgt hätte. Damals hatte die Formel 1 einen maximalen Festpreis für Motoren und Getriebe durchsetzen wollen.

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Grundlagenvertrag noch in der Mache

Der neue Grundlagenvertrag soll für die Jahre 2021 bis 2025 gelten und in den kommenden Monaten festgezurrt werden. "Die Dinge werden sich bewegen müssen. Wir sind uns über die grundsätzlichen Prinzipien einig, trotzdem ist noch viel zu tun", sagte Camilleri zum Stand der Verhandlungen.

Ferrari werde sich weiter dafür einsetzen, "sicherzustellen, dass die Formel 1 immer die Königsklasse des Motorsports bleibt und ausreichend Raum für technologische Kreativität bietet. Das ist historisch gesehen ein wichtiger Treiber der Formel 1. Vor einem Jahr wurde für standardisierte Teile plädiert. Das wurde abgelehnt, und das ist gut so", so Camilleri.

Ferrari widerspricht damit Plänen von Rechteinhalber Liberty Media, die Formel 1 für Teams günstiger zu machen und die Chancengleichheit zu erhöhen.