Einigung im Dieselstreit: Das müssen Autofahrer jetzt wissen

Das müssen Dieselfahrer jetzt wissen Bundesregierung beschließt Maßnahmen
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Bundesregierung beschließt Maßnahmen
Das müssen Dieselfahrer jetzt wissen

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Große Koalition bringt Dieselpaket auf den Weg

Die Verhandlungen gingen bis tief in die Nacht, aber am Ende gab es eine Einigung. Die Große Koalition hat ein Dieselpaket beschlossen. Die Maßnahmen sollen die Luft in deutschen Städten besser machen und Diesel-Fahrverbote verhindern. Aber was bedeutet das jetzt für Autofahrer?

Besitzer von bis zu 1,4 Millionen Diesel-Pkw sollen profitieren

Für ältere Diesel-Fahrzeuge können Besitzer auf neue Angebote zum Schutz vor Fahrverboten in deutschen Städten hoffen – für umstrittene Motor-Nachrüstungen fehlen aber grundlegende Zusagen der Autobauer. Die Bundesregierung macht deswegen Druck auf die Konzerne, die vollen Kosten dafür zu übernehmen.

Solche Umbauten gehören wie neue Kaufprämien für sauberere Wagen zu einem Paket mit zusätzlichen Maßnahmen für Regionen mit besonders schmutziger Luft. Davon sollen vorerst Besitzer von bis zu 1,4 Millionen Diesel-Pkw profitieren.

Wie hoch sind die Umstiegsprämien?

02.10.2018, Berlin, Deutschland - Koalitionsbeschluss Dieselgipfel-Pressekonferenz zum Thema: Konzept der Koalition fuer saubere Luft und die Sicherung der individuellen Mobilitaet in unseren Staedten. Foto: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, CS
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erklären den Koalitionsbeschluss.
imago stock&people, imago/Reiner Zensen, Reiner Zensen

Damit mehr schmutzige ältere Diesel von den Straßen kommen, sollen neue Kaufanreize kommen. Laut Bundesregierung haben die deutschen Hersteller zugesagt, für Besitzer von Wagen der Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 "ein Tauschprogramm mit attraktiven Umstiegsprämien oder Rabatten" anzubieten.

BMW will bis zu 6.000 Euro zahlen, Daimler laut Scheuer bis zu 5.000 Euro, VW 4.000 bis 8.000 Euro. Damit solle der "besondere Wertverlust, den Diesel-Fahrzeuge durch die Debatte um deren Schadstoffausstoß erlitten haben, ausgeglichen werden", betont die Koalition. Gekauft werden können Neuwagen und auch Gebrauchte. Auch von ausländischen Herstellern werden Prämien erwartet.

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Wo und für wen gelten die Maßnahmen?

Die Umrüstung und die Umtauschprämien soll es für alle betroffenen Dieselfahrer in besonders belasteten Regionen geben. Das betrifft die Städte München, Stuttgart, Köln, Reutlingen, Düren, Hamburg, Limburg an der Lahn, Düsseldorf, Kiel, Heilbronn, Backnang, Darmstadt, Bochum und Ludwigsburg.

Außerdem könnten auch diejenigen profitieren, die in Städten wohnen, in denen demnächst Fahrverbote in Kraft treten, zum Beispiel Frankfurt am Main. Auch Bewohner der angrenzenden Landkreise und Pendler, die in den betroffenen Städten arbeiten, sollen nachrüsten bzw. umtauschen dürfen.

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Wer soll für die Kosten aufkommen?

Die große Koalition will, dass die Autohersteller die Kosten für die Diesel-Nachrüstungen übernehmen. Sie sollen sowohl die Technik als auch den Einbau finanzieren. Auch falls Schäden oder Probleme auftreten, soll der Nachrüster die Haftung für den Umbau übernehmen. Die Prämien von bis zu 10.000 Euro für den Kauf eines umweltfreundlicheren Autos sollen ebenfalls von den Autoherstellern gezahlt werden. Der Großteil des Kaufpreises für ein neues Auto bliebe aber am Kunden selbst hängen.