So erleichtern Sie sich und Ihrem Kind den Abschied

Diese Tipps machen Ihren Kleinen die Eingewöhnung in die Kita leichter

Geduld, Einfühlungsvermögen und Vertrauen - so gelingt der Start in der Kita.
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13. August 2019 - 12:43 Uhr

Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt

Die Eingewöhnung in den Kita ist ein großer Schritt für Eltern und Kinder. Gerade die ersten Tage und Wochen im Kindergarten sind nicht nur für viele Kinder sondern auch für einige Eltern eine große Herausforderung. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie die Eingewöhnung in die Kita mit Ihrem kleinen Liebling möglichst sanft gestalten.

Sanfter Start in die Kita-Zeit

Spätestens mit drei Jahren beginnt für viele Kinder und Eltern ein neuer Abschnitt: die Kindergartenzeit. Die Eingewöhnung in die Kita ist ein großes Thema bei Eltern und Kindern. Schließlich sind die Erwartungen und die Aufregung groß. Die Kleinen fiebern dem ersten Tag in der Kita entgegen: Noch einmal Schlafen und dann ist der große Tag gekommen - und mit ihm die Ernüchterung. Viele Kinder fühlen sich am ersten Tag in der Kita überfordert. Die neue Umgebung, fremde Erzieher und tobende Kinder schüchtern die Kleinen oftmals ein. Verschreckt suchen sie Schutz bei Mama, klammern sich an ihr Bein und flehen sie unter Tränen an, nicht zu gehen. Schweren Herzens lösen sich Mütter von ihren Kindern und huschen mit einem schlechten Gewissen aus der Kita. "Hätte ich nicht gehen sollen?" "Ist mein Kind bereit für den Kindergarten?"

Keine Panik: diese Sorgen und Ängste sind ganz normal. Schließlich ist es für viele Mütter und Väter und auch für ihre Kinder häufig das erste Mal, dass sie länger voneinander getrennt sind. Doch es gibt Möglichkeiten, wie Sie die Eingewöhnung für sich selbst wie auch für Ihr Kind einfacher und entspannter gestalten können.

Ein "Schnuppertag" erleichtert den Einstieg

Für Kinder ist es wichtig, dass sie die Einrichtung vor dem ersten offiziellen Kita-Tag schon einmal gesehen haben. Einige Kindergärten veranstalten von sich aus Kennenlernnachmittage oder ein Sommerfest, bei denen Sie mit Ihrem Kind vorbei schauen können – oder Sie vereinbaren einen Kennenlernbesuch. So ein Besuch schafft Sicherheit und Vertrauen. Und Ihr Kind kann schon erste Kontakte knüpfen, sei es zu Erziehrinnen und Erziehern oder auch zu den älteren Kita-Kindern.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Kita!

Machen Sie Ihr Kind neugierig auf die neue Zeit! Erzählen Sie ihm, was der Kindergarten ist, was es dort machen wird und warum. Sprechen Sie ganz offen über die bevorstehende Veränderung. Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Kindergarten-Zeit und können davon erzählen? Oder lesen Sie gemeinsam Bilderbücher zu dem Thema und sprechen Sie darüber. Es wird neugierig sein, wie es in der Kita ist und sich auf die spannende Zeit freuen.

Die richtige Ausstattung macht's!

Eine Brotdose mit Piraten? Ein cooler Rucksack für den Kindergarten? Gehen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam los und kaufen Sie die nötige Ausstattung für den ersten Kita-Tag.Und vor allem: Lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden. Mit seinem neuen Rucksack wird Ihr Kind ganz stolz an seinem ersten Tag gen Kindergarten marschieren.

Die Einstellung der Eltern ist entscheidend

Ihre eigene Haltung ist mitentscheidend dafür, wie Ihr Kind mit der Trennung klar kommt. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es etwas Schönes ist, in den Kindergarten zu gehen. Und vermitteln Sie ihm das Gefühl, dass das für Sie ganz normal ist. Auch, wenn Ihnen die ersten Tage der Trennung vielleicht nicht so leicht fallen sollten – lassen Sie es ihr Kind nicht spüren. Denn je unsicherer Sie sind, desto unsicherer wird auch Ihr Kind.

Ein vertrauter Gegenstand zum Festhalten hilft

Kinder tun sich in unbekannten Situationen leichter, wenn sie etwas bei sich haben, das sie kennen. Sei es eine Puppe, das Lieblingskuscheltier oder das Schnuffeltuch, das sie in die Kita mitnehmen dürfen. So kann sich Ihr Kind nicht nur an etwas festzuhalten, es hat auch eine greifbare Verbindung nach Hause zu Mama und Papa.

Sanfte Eingewöhnung mit dem Berliner Modell

Als Berliner Modell bezeichnet man das Konzept einer elternbegleiteten Eingewöhnung in eine Kita oder den Kindergarten. Das heißt, Sie begleiten ihr Kind in die Kita und gehen gemeinsam auf Entdeckungsreise. Das Kind darf dabei selbst entscheiden, ob es sich frei bewegt, spielt oder ob es in Ihrer Nähe bleibt und nur beobachtet. Nach zwei bis drei Stunden verlassen Mama, Papa und das Kind die Kita. In den nächsten Tagen werden die Anwesenheitszeiten verlängert, die Kinder beteiligen sich an Ritualen, die Erzieher treten in den Vorder-, die Eltern in den Hintergrund. Mit der Zeit verlassen sie die Kita für einige Stunden, bleiben aber telefonisch erreichbar.

Abschied: Kurz und schmerzlos

Gerade an den ersten Tagen oder wenn es Ihrem Kind schwer fällt, sich zu trennen, ist es wichtig, dass Sie sich zügig aber liebevoll verabschieden, auch wenn Ihr Kind weinen sollte. Selbst wenn es noch so schwer fällt, gilt: lange Abschiedsszenen machen die Sache nur noch schlimmer.

Niemals heimlich verschwinden

Gerade bei Trennungsgeplagten ist die Versuchung groß, sich einfach heimlich davonzuschleichen, wenn das Kind gerade friedlich spielt. Es ist aber wichtig, dass Sie sich immer richtig von ihren Kindern verabschieden, bevor sie gehen. Für Ihr Kind ist diese Verlässlichkeit wichtig, auch wenn einmal eine Träne rollt. Wichtig: Halten Sie sich an Absprachen. Wenn Sie mit dem Kind eine Abholzeit ausmachen, sollten Sie auch unbedingt pünktlich sein, um Vertrauen zu schaffen.

Nehmen Sie Ihr Kind ernst!

Gerade in der ersten Zeit in der Kita stürzen viele neue Eindrücke auf Ihr Kind ein. Deshalb sind viele Kinder gerade in der Anfangszeit oft erschöpft, weinerlich, manchmal sogar aggressiv. Achten Sie auf die Signale, die Ihr Kind Ihnen gibt. Wenn Ihr Kind Ruhe braucht, geben Sie sie ihm. Kuscheln Sie sich zu Hause aufs Sofa und sagen Sie alle Verabredungen ab. Und vermeiden Sie es, Ihr Kind mit Fragen zu löchern. Wenn es keine Lust hat zu erzählen, lassen Sie es. Wenn Sie sich unsicher sind, was Ihr Kind den Tag über im Kindergarten macht, fragen Sie einfach die Erzieherin oder den Erzieher.