Im Video das Bewegende Interview nach der Freilassung einer Französin

Mali: Schweizer Geisel getötet, vier weitere frei

09. Oktober 2020 - 22:08 Uhr

Schweizer Geisel in Mali getötet

Eine schweizer Missionarin wurde offenbar in Mali von einer islamischen Terrororganisation getötet. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Demnach haben die französischen Behörden die Schweizer Kollegen darüber informiert, dass die Schweizerin offenbar von Entführern der islamistischen Terrororganisation Jama'at Nasr al-Islam wal Muslimin (JNIM) schon vor rund einem Monat umgebracht wurde. Die genauen Hintergründe sind derzeit noch unklar.

Kurz zuvor wurden vier weitere Geiseln in Mali freigelassen. Darunter auch die Entwicklungshelferin Sophie Pétronin. Pétronin hatte bis zu ihrer Entführung 2016 in Mali eine Hilfsorganisation geleitet. Die 75-Jährige kehrte am Freitag mit einer Sondermaschine in ihre Heimat Frankreich zurück. Das emotionale Wiedersehen mit ihrer Familie und wieso sie sich auch noch für ihre Entführung entschuldigt, sehen Sie im Video.

Vermutlich von Terroristen entführt

Wer genau hinter der Entführung steckt, ist offiziell noch nicht bekannt. Doch Frankreich kämpft im riesigen Sahel-Gebiet mit rund 5.100 Soldaten gegen Terrorgruppen. Einige dieser Gruppen haben dem Islamischen Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen.

Unter den aktuell Freigelassenen ist auch der prominente malische Oppositionspolitiker Soumaila Cisse. Cisse war im Frühjahr während des Wahlkampfs für die Parlamentswahl verschleppt worden. Vermutet wird, dass beide von islamistischen Terroristen festgehalten wurden.

Zu den Entführten gehörten auch zwei Italiener, die ebenfalls freigelassen wurden. Pater Pier Luigi Maccalli war 2018 im Niger entführt worden. Sein Landsmann Nicola Chiacchio war als Fahrradtourist unterwegs, als er 2019 verschleppt wurde.

Französin ohne Blutvergießen wieder frei

Die elsässische Tageszeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace vermutet, dass zweifellos ein hohes Lösegeld gezahlt wurde. Außerdem soll es einen großen Gefangenenaustausch gegeben haben, der von Mali mit Zustimmung von Paris durchgeführt wurde. Der französische Präsident Macron dankte den malischen Behörden für die Freilassung. Er versicherte, Frankreich werde den Kampf gegen den Terrorismus in der Sahelzone weiter unterstützen.