Auch Rosberg und Glock üben laute Kritik an Ferrari

"Eine einzige Schande": Leclerc flucht nach Ferraris Strategiedebakel

30. November 2019 - 17:11 Uhr

Ferraris Strategiepanne sorgt für Entsetzen

Millionen Fans schüttelten vor dem Fernseher mal wieder mit dem Kopf und auch Charles Leclerc und die Experten waren sich einig: Ferraris Serie der Taktikpannen hat im letzten Qualifying des Jahres noch einmal einen Höhepunkt erreicht. Nur Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sah das ganz anders.

Ferrari riskiert neuerlichen Krach zwischen Leclerc und Vettel

Als sich Ferrari bei der Zeitenjagd so gewaltig verpokerte, dass Leclerc seine letzte schnelle Runde nicht mehr fahren konnte, war klar: Die Roten hatten nicht nur einen möglichen Startplatz in Reihe eins leichtfertig weggeschmissen, sondern auch fahrlässig einen neuerlichen Krach zwischen seinen Fahrern riskiert.

RTL-Experte Christian Danner ahnte das bereits, als der 22-Jährige im Rücken von Sebastian Vettel arg spät aus der Boxengasse fuhr. "Das wird knapp", unkte der frühere Formel-1-Fahrer. Und so kam es dann auch. Weil im Verkehr vor Vettel Albon bummelte, fuhr auch Vettel langsam – und Leclerc nach der Aufwärmrunde erst auf die Start-/Ziellinie, als die Ampeln schon auf Rot geschaltet waren.

Leclerc: „Eine einzige Schande“

Im Funk brodelte es verständlicherweise bei Leclerc. "Ich schaffe es nicht, Seb fährt zu langsam", funkte der Monegasse fassungslos an die Box. Die Schuld bei Vettel zu suchen und damit einen neuerlichen Streit vom Zaun zu brechen lag nahe.

Ferraris Glück: Leclerc schimpfte 'nur' auf sein Team und nicht direkt auf den Teamkollegen. "Wir waren die Einzigen, die nicht rechtzeitig da waren. Das ist eine einzige Schande. So etwas darf nicht passieren", schimpfte der Monegasse.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Glock und Rosberg kritisieren Ferrari scharf

"Extra hat Sebastian das sicher nicht gemacht, aber ich verstehe nicht, warum man erst so spät rausgeht", sagte RTL-Experte Timo Glock: "Wieso gehe ich so ein Risiko als Ferrari, da gehe ich doch lieber früher raus. Das ist falsch getimt."

Eine schonungslose Ferrari-Bilanz zog auch Nico Rosberg. "Ferrari macht immer wieder Fehler, gravierende Fehler. Das hat Charles vielleicht davon abgehalten, in die erste Startreihe zu fahren", sagte der frühere Weltmeister.

Keine Einsicht bei Ferrari

Nun sollte man meinen, dass Ferrari seinen Fehler einsieht. Stattdessen sprach Binotto jedoch von einer "bewussten Entscheidung". Er habe gewusst, "dass es eng werden würde", wollte aber unbedingt "zum spätmöglichsten Zeitpunkt auf der Strecke sein, wenn die Strecke am schnellsten ist."

Verzockt hatten sich die Roten in dieser Saison bereits beim Qualifying in Monza, als Leclerc und Vettel ihre letzte schnelle Runden verpassten sowie auch in Monaco, als Leclerc in Q1 rausflog, weil sich die Scuderia verspekulierte.

Das Qualifying zum Nachlesen im Live-Ticker