Trump war von seiner Antikörper-Therapie begeistert

Eine Antikörper-Therapie soll schwere Covid-19-Verläufe verhindern

Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.
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24. Januar 2021 - 16:22 Uhr

Spahn kauft 200.000 Dosen Anti-Covid-Mittel

Impfstoffe gegen das Coronavirus gibt es inzwischen schon einige, doch Medikamente für schwer Erkrankte sind immer noch rar. Gesundheitsminister Spahn hat 200.000 Dosen eines Anti-Covid-Mittels gekauft, das laut Medienberichten auch Ex-US-Präsident Trump geholfen haben soll. Donald Trump war von seiner Antikörper-Therapie gegen Covid-19 schwer überzeugt.

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Behandlung mit Antikörpern soll vor schwerem Verlauf schützen

Die nun von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht gestellte Covid-19-Behandlung mit Antikörpern soll dabei erwachsenen Patienten mit milden oder moderaten Symptomen und einem Risiko für schwere Verläufe zugutekommen. Eine Anwendung erfolge nach individueller Nutzen-Risiko-Abschätzung der behandelnden Ärzte, teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf Anfrage mit. Spahn hatte in der "Bild am Sonntag" mitgeteilt, 200 000 Dosen entsprechender Präparate für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. In den USA gibt es für diese Arzneimittel eine Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA, in der Europäischen Union sind die Mittel bisher nicht zugelassen.

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Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt

Den Angaben zufolge hat sich das Ministerium Kontingente von zwei der sogenannten monoklonalen antikörperhaltigen Arzneimittel gesichert. Es handele sich zum einen um den Antikörper Bamlanivimab, der vom US-Pharmaunternehmen Eli Lilly entwickelt wird, zum anderen um die die beiden gleichzeitig zu verabreichenden Antikörper Casirivimab/Imdevimab des US-Herstellers Regeneron. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Monoklonal bedeutet, dass die eingesetzten Antikörper alle gleich sind und das Virus an einem fest definierten Ziel angreifen.

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Virusmenge im Körper soll begrenzt werden

"Nach vorliegender Studienlage könnte die Medikation möglicherweise dabei helfen, die Virusmenge im Körper zu begrenzen und so einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben", teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Nach Bewertung der zuständigen Bundesoberbehörde, des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), lasse das ermittelte Sicherheitsprofil eine Anwendung nach individueller Nutzen/Risiko-Einschätzung in Deutschland grundsätzlich zu, um der Entwicklung schwerer Verläufe und Hospitalisierung bestimmter Risikogruppen in Ermangelung von geeigneten zugelassenen Therapiemöglichkeiten entgegenzuwirken.

Die Arzneimittel sollen in den kommenden Wochen nach und nach den spezialisierten Krankenhäusern kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Quelle: dpa

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