"Ein Weltkrieg anderer Art": Schlagabtausch zwischen Iran und Israel in Syrien

10. Mai 2018 - 19:28 Uhr

Viele Beteiligte, verschiedenste Interessen

Aufgrund der eskalierenden Konflikte diverser Länder, Parteien und Interessen in seinem Land ist der syrische Machthaber Baschar al-Assad der Ansicht, dass in seinem Land ein Weltkrieg stattfindet. Dieser habe jedoch andere Merkmale als die beiden früheren habe. "Er ist vielleicht kein voller Dritter Weltkrieg. Dennoch ist es bereits ein Weltkrieg, (der auf einer) anderen Art als der Erste und der Zweite (Weltkrieg) stattfindet", sagte Assad in einem Interview der konservativen Athener Zeitung 'Kathimerini'.

Iranische Einheiten attackieren Golanhöhen, Israel antwortet

Derweil eskalierte auf syrischem Boden der lange schwelende Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Nur kurz nach der einseitigen Aufkündigung des Iran-Abkommens durch US-Präsident Donald Trump – was Israel ausdrücklich begrüßt hat -  griffen iranische Streitkräfte von Syrien aus erstmals israelische Militärposten an. Das teilte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus mit. 20 Raketen hätte eine Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden auf die Golanhöhen abgefeuert. Israels Luftwaffe habe daraufhin Dutzende iranische Militärziele in Syrien angegriffen.

"Wir sehen diese iranische Attacke auf Israel als sehr schwerwiegend an", sagte Conricus. Zum Glück habe es keine israelischen Opfer gegeben. Mit den darauf folgenden Luftangriffen habe Israel dem iranischen Militär schweren Schaden zugefügt. "Wir haben die Syrer gewarnt, sich nicht einzumischen, aber sie haben es trotzdem getan."  Israel sei "nicht an einer Eskalation interessiert", andererseits aber "auf verschiedene Szenarien vorbereitet", sagte Conricus.

Angst vor direkter Konfrontation zwischen Russland und den USA

Man habe Russland vor dem Angriff in Syrien informiert, so der Armeesprecher. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte am Mittwoch den russischen Präsidenten Wladimir Putin besucht. Dieser hatte angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen Israel und dem Iran zu einer Lösung des Konflikts aufgerufen.

Russland und Iran gehören neben der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah zu den wichtigsten Verbündeten Assads. Dieser äußerte in dem 'Kathimerini'-Interview die Hoffnung, dass es in seinem Land zu keiner direkten Konfrontation zwischen Russland und den USA komme. Dann würde nach Assads Ansicht die Situation "auf der ganzen Welt außer Kontrolle geraten".