Und sind die Kulleraugen noch so groß

Ein Tier als Weihnachtsgeschenk? Gut überlegen!

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5. Dezember 2019 - 11:33 Uhr

Für abgegebene Tiere bricht eine Welt zusammen

Die meisten Kinder lieben Tiere - und genau deswegen verschenken viele Menschen zu Weihnachten ein süßes Haustier. Doch genau davor warnen viele Tierheime und schlagen Alarm. Denn oft ist dieser Kauf unüberlegt. Einige Heime greifen jetzt in der Weihnachtszeit zu drastischen Maßnahmen, damit es nicht zum Drama kommt, wenn die erste Freude über das Tier nach der Bescherung plötzlich verfliegt.

Viele unterschätzen Arbeit und Kosten

Egal ob Hund oder Katze - oft stellt sich schon wenige Tage nach Weihnachten heraus, dass die neuen Besitzer mit den Tieren völlig überfordert sind. Im schlimmsten Fall fristet das Weihnachtsgeschenk nur wenige Tage später sein Dasein im Tierheim, beispielsweise in Dormagen bei Tierpflegerin Birgit Laufs: "Die Leute unterschätzen oft die Arbeit und die Kosten, die mit einem Tier verbunden sind. Das stellen sie dann nach Weihnachten fest - und dann wird das Tier schnell wieder abgegeben, weil es nur noch als Belastung gesehen wird und nicht mehr als Familienmitglied."

Tierheime verhängen ab Dezember Vermittlungsstopp

Um den Tieren ein solches Schicksal zu ersparen, haben Tierheime inzwischen einen Vermittlungsstopp eingeführt. In den letzten Tagen vor Weihnachten wird kein Tier mehr herausgegeben. Aber es gibt auch Ausnahmen - besonders bei Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen. "Wenn der Partner des Kaninchens oder der Katze stirbt, leidet das hinterbliebene Tier. Dann schauen wir, ob wir einen Partner für das Tier hier finden", erklärt Birgit Laufs.

Damit bestenfalls kein Tier mehr hier im Heim landet, gibt es der Pflegerin zufolge einen wichtigen Grundsatz: "Tiere haben Gefühle. Für die Tiere, die plötzlich wieder abgeschoben werden, bricht die Welt zusammen." Jeder sollte sich überlegen, ob er genug Zeit, Geld und Geduld für ein Tier hat. Schon ab Mitte Januar werden die Tiere auch wieder wie gewohnt vermittelt - dann eben ohne Geschenkpaket.

Erstmal Sachbücher - und dann eine Tierpatenschaft!

Wenn der Wunsch Ihres Kindes doch so groß ist, können Sie ihm zu Weihnachten auch erstmal ein Sachbuch über das Lieblingstier schenken. So hat es Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, was es bedeutet, Besitzer eines Haustieres zu sein und Pflichten zu haben und Aufgaben zu erfüllen. Nach Weihnachten kann es dann seinen Eifer unter Beweis stellen, indem es eine Tierpatenschaft eingeht. Die bieten mittlerweile viele Tierheime an. "Wer ein Tierheim besucht, wird schnell herausfinden, dass dort Tiere mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Bedürfnissen auf ein neues Zuhause warten", weiß auch die Tierschutzorganisation Peta.