Ein Schneemann kommt selten allein: Nachbarn überraschen sechsjährigen Autisten

28. Dezember 2016 - 15:49 Uhr

Eiskalt überrascht

Billy Larsen ist sechs Jahre alt, liebt Schnee, ist autistisch und lebt mit seiner Familie in Pendleton, im Bundesstaat Oregon, USA. Als die Schule aufgrund starken Schneefalls ausfallen muss und damit auch die Weihnachtsfeier der 'Sherwood Grundschule' ins Wasser fällt, lässt sich Frau Larsen etwas ganz Besonderes für ihren kleinen Sohn einfallen.

Ein Dienstagabend im Dezember war für den kleinen Billy Larsen besonders hart. Er erfuhr, dass die Weihnachtsfeier seiner Grundschule am nächsten Tag nicht statt finden würde. Seine Pläne für den kommenden Tag mussten sich somit zwangläufig ändern.

Veränderungen sind für die meisten Menschn nicht leicht - doch für Autisten wie Billy sind sie besonders schwer zu ertragen. Nachdem Holli Larsens Sohn und Ehemann im Bett waren, überlegte die Mutter, wie sie ihrem enttäuschten und traurigen Kind eine Freunde machen könnte: Er liebt Schneemänner, schoss es Frau Larson durch den Kopf.

Die Idee war geboren. Ein Schneemann sollte den kleinen Billy am nächsten Morgen begrüßen, wenn er aus dem Fenster blickt. So könnte er die Enttäuschung über die geplatze Weihnachtsfeier vielleicht vergessen.

Holli Larsen hatte einen Plan. Sie konnte ihren Ehemann zum Schneemannbauen jedoch nicht wecken, er muss früh zur Arbeit. Außerdem bestand die Gefahr, dass Billy wach würde, wenn der Vater die Treppen runterstapfen würde. Alleine konnte sie drei schwere Kugeln Schnee allerdings auch nicht aufeinander stemmen. Sie fühlte sich erschöpft und konnte es nicht riskieren, draußen nass und dann krank zu werden. Also schickte sie via facebook eine Nachricht in die 'Real Pendleton Classifieds'-Gruppe.

Jared Wright und zwei seiner Freunde saßen in einem Schnellrestaurant und lasen den 'Schneemann-Hilferuf'. Holli Larsen wollte jedem Helfer sogar 20 Dollar dafür zahlen. Die Männer entschieden sich als Schneebaumeister zu melden - ohne Bezahlung, Weihnachten stand schließlich vor der Tür. Doch die Aufgabe war nicht so leicht, wie gedacht. Später berichtet Wright: "Die Schwierigkeit der Aufgabe bestand im Puderschnee."

Denn der Schnee wollte einfach nicht zusammenkleben bleiben. Im Laufe des späten Abend kamen immer mehr Nachbarn und Freunde. Sie holten mehr und mehr Schnee von anderen Grundstücken heran und schafften es nach einiger Zeit, endlich ein paar 'Schnee-Minions', so nannten die fleißigen Helfer sie, zu bauen.

Eine Nachbarin brachte mit ihrer kleinen Tochter zusätzlich Karotten und Steinchen. Sodann bekamen die Schneemänner Nase und Augen und begannen mit ihrem Kieselsteinmund zu lächeln. Weitere Helfer setzten ihnen ihre Mützen auf - fertig! Die Eisfamilie war bereit, sie stand vor Billy Larsens Haus, um bewundert zuwerden.

Fröhliche Überraschung

"Das war reine Teamarbeit. Wir waren einfach alle glücklich, einem kleinen Kind zu Weihnachten zu helfen," erklärte Wright später. Und auch Billys Mutter war glücklich. Sie konnte es kaum glauben, als sie all die Schneemänner im Garten sah. Sie gab die 20 Dollar später der kleinen Nachbarstochter, die den Schneemännern Karotten als Nase brachte.

Als Billy am nächsten Morgen aus seinem Fenster blickte, hatte er die Schule und das ausgefallene Fest vergessen. Er hatte nur noch Augen für seine Schneemänner und sagte später: "Das war einfach nur großartig."

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