Schulstreik für die Umwelt

Heute vor einem Jahr trat Greta die Klima-Debatte los

27. August 2019 - 18:26 Uhr

Ein Jahr Schulstreik fürs Klima

Am 20. August 2018 hätte Greta Thunberg eigentlich zur Schule gehen müssen. Doch die damals 15-Jährige entschied sich um: Mit einem Schild bewaffnet setzte sie sich vor das schwedische Parlament. Es war der erste "Skolstrejk för klimatet", der erste Schulstreik fürs Klima. Ein Jahr später ist aus dem einsamen Protest eine internationale Bewegung geworden.

Lob von Obama, Dalai Lama und dem Papst

Aus Protest gegen die Klimapolitik werde sie bis zum Tag der schwedischen Parlamentswahlen nicht mehr zur Schule gehen. Das kündigte Greta damals auf DIN-A4-Flyern an. Ihren Namen kannte damals noch fast niemand – heute zählt die junge Schwedin zu den bekanntesten Gesichtern der Welt: Sie traf Menschen wie Obama und den Papst, Lob gab es unter anderen vom Dalai Lama. Greta sprach auf der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz und auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Ihrem Vorbild folgten tausende Schüler weltweit: Mittlerweile wird jeden Freitag in rund 100 Ländern regelmäßig fürs Klima protestiert.

Deutsche Fridays-for-Future-Bewegung stark gewachsen

In Deutschland ist die Bewegung unter dem Titel 'Fridays for Future' besonders stark gewachsen. Dreimal war Greta selbst bei Protesten in Deutschland dabei: erst in Hamburg, danach zweimal in Berlin. Vor wenigen Tagen besuchte die Klima-Aktivistin erstmals den Braunkohletagebau im Hambacher Forst. Es war ein Auftritt, für den die junge Schwedin viel Kritik einstecken musste: Sie ließ sich gemeinsam mit einer vermummte Aktivistin fotografieren.

Greta Thunberg besuchte im August 2019 den Hambacher Forst.
Greta Thunberg besuchte im August 2019 den Hambacher Forst.
© dpa, Oliver Berg, obe jai

Harsche Kritik in den sozialen Medien

Aktuell gibt es wohl kaum jemanden, der in den Medien umstrittener ist als die 16-Jährige. Gerade in den Kommentarspalten der sozialen Medien bleibt es nicht bei sachlicher Kritik an ihrer Person. Oft schlägt ihr der blanke Hass entgegen. Zu krass ihre Ideale und zu groß sei die Angstmache vor der Klimakrise, meinen manche.

Auch ihr Segeltrip nach New York stand zuletzt in der Kritik. Der Grund: Im Zusammenhang mit der Überfahrt entstehen mehrere Atlantik-Flüge für die Crew, die das Boot später aus den USA nach Europa zurücksegeln muss.

Greta Thunberg hat eine Generation bewegt

Trotz alldem ist sicher: Die Schülerin hat eine ganze Generation in Bewegung gesetzt. Und plötzlich beherrscht das Klima die Debatten der Politik. Vor einem Jahr hätten das wohl die wenigsten erwartet.

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