Flutkatastrophe

Ein Jahr nach der Flut: Caritas kündigt weitere Hilfen an

Flutkatastrophe
Meterhoch türmen sich Wohnwagen, Gastanks und Schrott an einer Brücke über die Ahr.
Boris Roessler/dpa/Archivbild

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe im Ahrtal und im westlichen Rheinland-Pfalz hat der Caritasverband für die Diözese Trier weitere Hilfen angekündigt. Wir werden weiter an der Seite der Hilfesuchenden sein, teilte Domkapitular Benedikt Welter als Verbandsvorsitzender anlässlich des Jahrestags am 14. Juli mit.

Aus Spendenmitteln von Caritas International habe der Diözesan-Caritasverband bislang insgesamt fünf Millionen Euro zur Weiterleitung an die örtlichen Caritasverbände Rhein-Mosel-Ahr, Trier und Westeifel erhalten. Davon seien rund 1,9 Millionen Euro für die Zahlung von Soforthilfen unmittelbar nach der Flut sowie Haushalts- und Härtefallhilfen geflossen.

Verbände vor Ort hätten neun Fluthilfebüros eingerichtet, in denen sich Betroffene informierten könnten. Zudem gebe es Angebote zur Begegnung, Mahlzeitendienste für ältere Menschen und psycho-soziale Hilfe, bilanzierte die Caritas. Auch Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen zur Wiederaufbauhilfe werde angeboten.

Für weitere Hilfen werde Caritas international dem Trierer Verband weitere zwölf Millionen Euro zur Verfügung stellen, hieß es. Zudem stünden rund 2,2 Millionen Euro aus dem gemeinsamen Spendenaufruf von Bistum Trier und Diözesan-Caritasverband bereit.

Der Wiederaufbau kirchlicher Gebäude dauert nach Angaben des Bistums Trier weiter an. 59 kirchliche Häuser in der Eifel-Mosel-Region, an Sauer und Kyll und im Ahrtal seien vom Hochwasser betroffen gewesen - die meisten davon im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler, teilte das Bistum zum Jahrestag mit. Die Sanierungsarbeiten liefen schleppend.

Das liege daran, dass Architekten und Ingenieure derzeit ausgelastet und Handwerker in einem größeren Umkreis um die Ahr kaum zu bekommen seien. Hinzu komme eine Baustoffknappheit. Wir sind ebenfalls von den teils sehr langen Lieferzeiten durch unterbrochene Lieferketten, verursacht durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine, betroffen, hieß es aus der Bauabteilung.

Manche Entscheidungen stünden noch aus - wie zur Zukunft der Pfarrkirche St. Pius in Bad Neuenahr-Ahrweiler oder über eine mögliche Nutzung des Geländes rund um die Filialkirche St. Andreas in Ahrbrück. Ob weitere Gebäude aufgegeben werden müssten, kläre sich mit den betroffenen Kirchengemeinden. Zwei Gebäude in kirchlichem Besitz mussten laut Bistum wegen zu großer Schäden abgerissen werden.

Bei der Flut am 14./15. Juli 2021 waren mindestens 135 Menschen ums Leben gekommen, darunter 134 im Ahrtal. Landesweit betroffen waren rund 65.000 Menschen.