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Ein Jahr nach dem Verschwinden von MH370: Malaysia trauert, die Welt rätselt

Ein Jahr nach dem Verschwinden von MH370: Malaysia trauert, die Welt rätselt

"Das Verschwinden von MH370 ist beispiellos"

Exakt ein Jahr nach dem rätselhaften Verschwinden des Malaysia Airlines-Fluges MH370 hat die malaysische Transportbehörde einen dreiseitigen Zwischenbericht zum derzeitigen Stand der Ermittlungen vorlegt. Die neuen Erkenntnisse: gar keine. In dem Bericht heißt es, das internationale Expertenteam sei weiter mit denselben Aufgaben beschäftigt wie bisher, darunter die Prüfung technischer Daten zur Flugtauglichkeit der Maschine, der Radaraufzeichnungen und Satellitendaten, der Papiere zur Ladung an Bord, und von Informationen über die Crew-Mitglieder.

Angehörige trauern um die Opfer von MH370
Angehörige trauern um die Opfer der seit einem Jahr spurlos verschwundenen Boeing.
REUTERS, OLIVIA HARRIS

“Das Expertenteam erwartet mehr faktische Informationen vom Wrack und den Flugdatenschreibern, wenn die Maschine gefunden wird“, hieß es. Das Ministerium veröffentlichte darüber hinaus einen mehr als 500 Seiten starken Bericht mit allen Fakten, die zu MH370 bekannt sind. Malaysias Regierungschef Najib Razak betonte, dass die Suche nach der Maschine fortgesetzt wird. “Das Verschwinden von MH370 ist beispiellos, ebenso wie die Suche“, sagte er. “Es ist bei weitem die komplexeste und herausforderndste Suche in der Geschichte der Luftfahrt“.

Das Wrack wird in einer der entlegensten Ozeanregionen der Welt rund 2.000 Kilometer westlich von Perth im Indischen Ozean vermutet. Dort ist das Wasser teils 6.000 Meter tief und der Meeresboden mit Bergen und steilen Klippen zerfurcht. Australien koordiniert die Suche nach dem Wrack und verspricht seinerseits weiterhin die volle Unterstützung. “Unsere Entschlossenheit, Antworten zu finden, ist unerschütterlich“, versicherte der für die Luftfahrt zuständige stellvertretende australische Regierungschef Warren Truss am Samstag. Gesucht wird vor allem mit ferngesteuerten Sonargeräten.

Chinas Außenminister spricht Mitgefühl aus - verbietet aber Kundgebungen

Im Zuge des Jahrestags wurde in Malaysia vielerorts der 239 Menschen an Bord des Passagierflugzeuges gedacht. In Einkaufszentren hingen Tafeln mit Fotos der verschwundenen Boeing aus. Auf den Plakaten konnten Trauernde ihre Gedanken niederschreiben. Auch bei speziellen Gottesdiensten wurde der Opfer sowie deren Angehörigen gedacht. “Ich bete für sie und ihre Familien“, sagte Nailini Rakasamy in der Hauptstadt Kuala Lumpur. “Ich hoffe, die Maschine wird gefunden.“

Auch Chinas Außenminister Wang Yi sprach den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus. “Es muss ein harter Tag für die Angehörigen sein“, sagte er auf einer Pressekonferenz anlässlich der laufenden Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. “Unseren Herzen sind mit ihnen.“ 153 Passagiere des Fluges MH370 stammten aus China. Chinas Chefdiplomat verwies zudem darauf, dass die Fluggesellschaft angefangen habe, Entschädigungen zu zahlen. Chinas Regierung werde den Familien alle Unterstützung geben, um ihre legitimen Interessen und Rechte durchzusetzen.

Unterdessen wurde in Chinas Hauptstadt Peking eine Kundgebung der Angehörigen zum Jahrestag verboten. Dutzende Polizisten riegelten die Straßenzüge rund um die malaysische Botschaft ab. Mehrere Angehörige erzählten, dass Polizisten bei ihnen zu Hause erschienen seien, und ihnen verboten hätten, ihr Haus zu verlassen. Andere Angehörige schafften es zum buddhistischen Lama-Tempel in der Pekinger Innenstadt, wurden dort aber von Polizisten bedrängt.