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Ein bekannter Missbrauchsfall im Bistum Görlitz

Ein Kruzifix hängt an einer Wand
Ein Kruzifix hängt an einer Wand. Foto: Arne Immanuel Bänsch © deutsche presse agentur

Das Bistum Görlitz kennt einen Fall von sexuellem Missbrauch. Es habe sich nur ein Opfer gemeldet, sagte Generalvikar Alfred Hoffmann am Mittwoch unter Verweis auf die Studie zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in der katholischen Kirche, die die deutschen Bischöfe in Auftrag gegeben hatten. Danach und nach Durchsicht der Personalakten der rund 250 Priester seit 1945 auf Hinweise gebe es einen Betroffenen. Der beschuldigte Priester sei schon gestorben und konnte nicht mehr befragt werden. Das Opfer erhielt in Anerkennung des erlittenen Leids 4000 Euro.

Hinweise auf weitere Fälle wurden in den Personalakten nicht gefunden, sagte Hoffmann. Das Bistum rechne "mit einem Dunkelfeld", da Opfer sich aus Scham nicht meldeten oder gestorben seien. "Jede einzelne Person, die Opfer sexualisierter Gewalt geworden ist, ist ein Opfer zu viel", sagte Hoffmann. Er bat zugleich im Namen des Bistums um Vergebung für das Geschehene. Der Auftrag der Kirche, zu segnen und zu heilen, werde "mit jedem Missbrauch ins Gegenteil pervertiert".

Mit Präventionsschulungen fördert das Ordinariat "eine Kultur der Achtsamkeit und des Hinsehens", um künftigem Missbrauch vorzubeugen. "Die Gefahr des Wegschauens oder Nicht-Wahrhaben-Wollens bleibt", sagte Hoffmann. In dem bis Brandenburg reichenden Bistum leben rund 29.500 Katholiken.


Quelle: DPA

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