Eichenprozessionsspinner, Goldafterraupe und Co.

Gefährliche Plagegeister! Vorsicht vor diesen Insekten

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners kann gefährlich werden.
© dpa, Boris Roessler, brx som kde

21. Juni 2021 - 11:09 Uhr

Sommerzeit ist Insektenzeit: Auf welche Tiere Sie Acht geben sollten

Zuerst einmal die schlechte Nachricht vorab: Wer denkt, in Deutschland gäbe es keine gefährlichen Tiere und Insekten, befindet sich auf dem Holzweg. Auch wenn es hier zwar nicht vor giftigen Schlangen, Spinnen und Co. wimmelt, wie zum Beispiel in Australien oder im tropischen Regenwald, gibt es auch bei uns in der heimischen Natur einige Tierarten, die dem Mensch gefährlich werden könnten.

Aber keine Angst: Mit dieser Liste können Sie einigen der bedrohlichen Insekten aus dem Weg gehen.

Der Eichenprozessionsspinner

Tritt selten alleine auf: der Eichenprozessionsspinner.
© picture-alliance/ dpa, anp Robin Utrecht

Vom Eichenprozessionsspinner hören Sie vermutlich mindestens einmal im Jahr, wenn die Temperaturen wieder wärmer werden und es langsam Richtung Sommer geht. Denn dann tritt die Schmetterlingsart, häufig in Scharen, vor allem an Eichen auf – daher auch sein Name. Mittlerweile sind die Eichenprozessionsspinner zu einer echten Plage geworden. Das Problem des Nachtfalters: Ab Mai, wenn sich die Raupen im dritten Larvenstadium befinden, entwickeln sich die Brennhaare der Raupe. Diese sind von innen hohl und enthalten ein Nesselgift namens Thaumetopoein, das beim Mensch eine Raupendermatitis auslösen kann. Das Tückische: Sie müssen den Eichenprozessionsspinner nicht einmal berühren, da die Brennhaare der Raupe leicht abbrechen und dann auf Spaziergänger oder Radfahrer herabfallen und vom Wind durch die Luft transportiert werden.

Juckende Hautreizungen, Schwellungen, Ausschlag sowie gesundheitsschädliche Reizungen an den Schleimhäuten sind die Folge. In besonders schlimmen Fällen, wenn diese Härchen beispielsweise in die Augen geraten, ist ein Entfernen der Haare durch einen Arzt erforderlich. Teilweise können sogar Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündungen als Begleiterscheinungen auftreten, in Einzelfällen sind sogar allergische Schockreaktionen möglich.

Wie Sie den Eichenprozessionsspinner erkennen, erfahren Sie hier.

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Die Goldafterraupe

Die Goldafterraupe hat haarige, weiße seitliche Rückenflecken auf grau-braunem Grund sowie zwei leuchtend rote Trichterwarzen
© imago

Bei der Goldafterraupe lauert die Gefahr in den Bäumen: Kommt unsere Haut in Kontakt mit den giftigen Haaren des Insekts, kann es schon mal brenzlig werden... Auch in diesem Fall können die Raupen von oben auf uns herabfallen und auf unseren Schultern landen – ohne, dass wir es bemerken.

Das Gefährliche an der Raupe sind – genau wie beim Eichenprozessionsspinner – die Brennhaare. Tut sich in der Krone der Härchen eine Öffnung auf, kann ein Gift heraustreten. Das verursacht unter Umständen allergische Reaktionen und kann bis zu einigen Tagen äußerst schmerzhaft sein. Zu den typischen Symptomen zählen Quaddeln und rote Flecken auf der Haut, insektenstichartige Schwellungen sowie ein ausgeprägter Juckreiz. Schüttelfrost, Fieber und Atemnot können ebenfalls in einigen Fällen auftreten.

Weil die Brennhaare auch über Arbeiten auf dem Boden, wie zum Beispiel Rasenmähen, aufgewirbelt werden können, sollten Sie stets vorsichtig sein. Bei stärkeren Reaktionen gilt: unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Der Ölkäfer

Das Vorkommen des Ölkäfers wird in Mitteleuropa immer seltener - trotzdem sollte man ihn nicht unterschätzen.
© Ralf Blechschmidt

Den großen, schwarzen Ölkäfer mit dem überdimensionalen Hinterteil sichtet man in Deutschland des Öfteren, auch wenn es ihn in Mitteleuropa nicht mehr so häufig gibt wie noch vor einigen Jahren. Trotzdem sollte er auf gar keinen Fall unterschätzt und angefasst werden: Sein Gift sorgt für Reizungen an Haut und Schleimhäuten. Sogar Nierenschädigungen sind bei Kontakt möglich! Mit dem Ausscheiden des giftigen Sekrets verteidigt das Tier sich. Gelangt die ölige Flüssigkeit jedoch erst einmal ins Auge des Menschen, sind Schwellungen, Schmerzen und ein starker Tränenfluss die Folge.

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Die Hornisse

Hornisse ins Haus geflattert? Achtung!
© deutsche presse agentur

Wer schon bei Wespen in Panik verfällt, dürfte sich beim Sichten einer Hornisse vermutlich am liebsten irgendwo verstecken wollen. Sie gehört zu der Tierart der Faltenwespen und ist nochmal deutlich größer als eine herkömmliche Wespe.

Was Hornissen mögen: süße Getränke und Speisen wie Limonaden und Kuchen. Hektische Bewegungen mögen sie gar nicht. Da können sie schon mal aggressiv werden – und zu stechen. Falls es hier nach dem Stich zu einer allergischen Reaktion kommt, sollten Sie auf jeden Fall so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Symptome bei einem Stich können unter anderem Herz-Kreislauf-Störungen oder auch Herzrasen sein, womit eher nicht zu spaßen ist.

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Verschiedene Mücken-Quälgeister sollte man nicht unterschätzen

Die Asiatische Tigermücke überträgt einige Krankheiten.
© DPA

Die guten alten Mücken, die uns im Sommer – bei offenem Fenster – gerne mal nachts in den Wahnsinn treiben. Doch Summerei und Mückenstiche sind gar nicht das Schlimmste an unseren fliegenden Feinden: Einige Arten übertragen gefährliche Krankheiten, wenn sie an unser Blut wollen.

Dazu zählt beispielsweise die Asiatische Tigermücke, die mittlerweile vor allem im Süden Deutschlands auf dem Vormarsch ist. Die kleinen, schwarz-weiß gemusterten Viecher können unter anderem das Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus übertragen. Eine Infektion mit dem Zika-Virus soll zum Beispiel Schädeldeformationen bei Föten und Neugeborenen auslösen, die von geistigen Einschränkungen begleitet werden.

Auch vor der Sandmücke sollten Sie sich in Acht nehmen: Sie kann nämlich beispielsweise die Infektionskrankheit Leishmaniose übertragen. Die Blutsauger-Art ist vor allem im Mittelmeerraum weit verreitet, mittlerweile ist sie aber auch in Deutschland zu einer Gefahr geworden. Erkennen können Sie die Mücke an ihrem beige-braunen Körper und den großen, schwarzen Augen.

Na, da dürften ein paar lästige Stiche wohl noch das kleinste Übel sein. (vdü)

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